Where do you think you’re going?
Im März 2025 will Fujifilm eine Rangefinder-Kamera im Mittelformat auf den Markt bringen und wie es bei Gerüchten so üblich ist, streiten sich Influencer und Experten um die Interpretation der bisher bekannten Zahlen und Parameter.
(FUJIFILM X-E4 mit Carl Zeiss Touit 1.8/32 @32.0mm, 1/8000s, f/2.8 und ISO1600)
Ich habe mir auch meine Gedanken gemacht, nicht weil ich ein Experte oder ein Influenzer bin, sondern weil mich Messsucher schon immer fasziniert und inspiriert haben. Angefangen hat alles mit der Voigtländer Bessa R und schließlich bin ich bei der Fuji X100 Serie gelandet.

Credits: Cameraquest (Voigtlander Bessa R)
Hier ein analoges Bild, vom Start des des Yukon Quest in Whitehorse bei -27°C. Aufgenommen mit meiner Bessa R.
Aber eigentlich geht es ja hier um meine Gedanken zur GFX100RF
und deshalb schauen wir uns mal die bisher bekannten Specs an.
- 100 Megapixel (unbekannt welcher der 100mpx Sensoren, die Fujifilm in der GFX-Serie verbaut)
- No IBIS
- GF35mm/F4 Lens (das es als einzelnes Objektiv so noch nicht gibt)
- ~ die Größe einer X-Pro3 (aber hoffentlich nicht deren Design)
Don’t you know it’s dark outside?
Yep, Blende f/4 und kein IBIS … das kann nix werden oder?
Wenn die Kamera die Größe einer X-Pro3 haben soll, dann passt da keine GFX-Optik mit f/2.8 oder mehr rein, ohne ein Monster daraus zu machen. Denn wofür könnte man ein GFX100FR nehmen? Ich denke da an Street und von mir aus auch Reportagefotografie, wenn es so etwas im ursprünglichen Sinne noch geben sollte.
Da fallen mir sofort nicht so gute Erfahrungen mit der Leica Q3 ein. Nicht, dass diese Kamera schlecht wäre, nein! Sie ist faszinierend, liefert hervorragende Qualität und hat alles, was man sich von einer Leica wünscht. Mit einer Ausnahme: Eine Kamera, die ich auch als Unterlegkeil für mein Wohnmobil verwenden kann, ist mir für die Streetfotografie zu sperrig und ich hoffe, dass Fujifilm sich nicht in diese Ecke stellen will.
Die Blende f/4 kann man nicht ohne die Brennweite betrachten. Auf den ersten Blick dachte ich, das wird eine X100 in groß. Vom Design und der Haptik her würde ich mir das auf jeden Fall wünschen.
Im Verhältnis zum KB-Format hat die X100 eine Brennweite von 35mm bei einer Blende von f/2. Die GFX100R mit dem 35mm Objektiv kommt umgerechnet auf knapp 28mm (mit dem Crop-Faktor von 0,79 genau auf 27,65mm). Bei der Berechnung der Schärfentiefe bei Offenblende und 5m Abstand zum Motiv hilft uns natürlich PhotoPills.
Als Basis habe ich die Fujifilm GFX100s genommen und da zeigt sich bei einem Abstand von 5m und Offenblende ein Schärfebereich von gut 10m.
Die Fujifilm X100vi kommt hier mit 4,27m auf deutlich weniger, hat allerdings auch eine andere Brennweite und Offenblende.
Schaut man sich dagegen noch die Leica Q3 mit dem 28mm/f1.7 bei Offenblende an so bekommt man auf 5m die folgenden Werte.
Immer noch 70cm kürzer als die X100. Eine Fujifilm X-E4 mit dem Zeiss Touit bei offener Blende (wäre wegen der deutlich längeren Brennweite von knapp 50mm und 1,74m ganz vorne mit dabei).
Hätte ich auch oben schreiben können, alle Kameras unterscheiden sich in entscheidenden Punkten und sind daher nicht vergleichbar. Hatten aber die gleiche Aufgabe, nämlich ein Motiv in 5m Entfernung mit minimaler Schärfentiefe zu fotografieren.
I think you’d better go with me
So 100% Street ist die GFX100RF nicht, aber was ist sie dann? Vielleicht, oder auf jeden Fall ist sie eine Bergkamera, in Analogie zu den Kameras die Mallory und Irvine 1924 bei ihrem Versuch den Everest zu besteigen, dabei hatten. Edmud Hillary fotografierte mit einer Kodak Regina 118 und für mich sind 28mm im Gebirge nahezu perfekt, da die X100 mich öfters zu einem Panorama nötigt.
Dann nimmt man sie halt mit in die Berge die GFX100RF, ob das wohl reichten wird?
Bleibt mir gewogen, Euer Albfotograf