Goodby Nikon Capture NX2

Nikon bastelt (oder besser gesagt lässt basteln) an einem Nachfolger von Capture NX2. Eine Beta-Version kann unter folgendem Link herunter geladen werden:

http://beta.nikonimglib.com/download/index.html.en#os-windows

Der neue Sprössling soll Capture NX-D heißen und Nikon bittet die Community um Feedback, was den noch alles rein muss oder soll. Das wird eine spannende Sache, da so zumindest mein Eindruck, es sich bei NX-D um eine Neuentwicklung auf Basis der von anderen Herstellern mitgelieferten Silkypix RAW-Software handelt. Verschwunden sind auf jeden Fall Dinge wie die U-Points und die Einbindung der NIK-Filter. Welche wohl beim Verkauf von NIK-Software an Google ohne Nutzungsrechte seitens Nikon über den Tisch gegangen sind.

Die Flames im NFF (http://www.nikon-fotografie.de) und hier speziell in folgenden Thread sind heftig. Ich kann die Aufregung nicht nachvollziehen. Ich selbst verwende seit langen alternative RAW-Konverter. Mein Favorit ist DxO für alles was sich damit entwickeln lässt und RawTherapee für meine kleine Fuji X10 und bekomme damit meine Bilder “dennoch” an den Mann.

Aus Sicht von Nikon kann ich die Entscheidung verstehen:

  1. Nikon ist ein Hardware-Hersteller (Gehäuse, Objektive und Firmware sind das Kerngeschäft) und kein Software-Hersteller – genau die Konzentration auf das Kerngeschäft wird in den kommenden Jahren der Schlüssel zum Überleben in dem Markt sein. Canon plant die Einstellung von Low-Cost Kameras (unter 200€) was Nikon auch tun wird, nur noch nicht angekündigt hat
  2. Eine wirkliche Weiterentwicklung von CNX hat es seit Jahren nicht mehr gegeben – es wurden lediglich neue Modelle und Objektive Unterstützt und gelegentlich ein Bug gefixed
  3. Software-Entwicklung ist aufwändig und die hierzu notwendigen Ressourcen waren offenbar schon länger nicht vorhanden (siehe Punkt 2), außerdem würde ich mir wünschen das ggf. frei werdende Ressourcen und Budgets in die Qualitätssicherung von Kameras (siehe D600 und D800 Desaster) investiert werden um den Kunden zukünftig ausgereifte Produkte an zu bieten
  4. Geld wird heute nicht mehr ausschließlich mit den Profi-Kameras (Dx, Dxxx) verdient sondern signifikant im “vierstelligem” Bereich, also D3xxxx und D5xxxx erzielt und mit Kompakten im gehobenen Segment … dort ist aber RAW-Entwicklung kein Thema, das Bild kommt OOC direkt auf Facebook (um es einmal überspitzt dar zu stellen)

Für mich selbst ist Capture NX2 nach ausgiebigen Tests raus geflogen, ich konnte einfach mit der Bedienung nicht – was vorerstmal mein Problem ist, ich aber auch nicht jammere das es NX2 nicht mehr gibt Smile Genauso ging es mir übrigens mit Canon, was aber eine andere Story ist.

Ich kenne mehrere Berufsfotografen welche seit langem mit anderen Alternativen arbeiten – sei es weil sich die Markenbindung immer mehr aufweicht (mal einen Blick zu Leica oder Fuji geworfen) oder aber das Funktionen wie die Bibliotheksverwaltung oder Workflows schlagendes Kriterium sind. Für mich waren damals die Geschwindigkeit von DxO und der für mich passende Workflow der ausschlaggebende Grund. Die angebotenen Objektiv- und Kameraprofile und die hervorragende Integration des DxO Filmpacks passen in mein digital fotografisches Leben hinein. Nachdem ich schon viele Jahre ohne Adobe auskomme, wird es auch ohne Nikon Capture NX2 zu schaffen sein. Meine Bilder werden deshalb nicht schlechter!

Deshalb schließe ich hier mit den Worten:

RIP Capture NX2, b!

2 Antworten zu “Goodby Nikon Capture NX2

  1. unter 2. das stimmt nun überhaupt nicht. Das Programm wurde u. a. auch hinsichtlich der sehr modifizierbaren Entrausch-Filterung, der 64 bit fähigen und sehr stabilen Version der letzten Jahre weiterentwickelt.
    Nur Leute, die das Programm schlecht kennen oder einen schwachen PC haben äußern sich so.
    Es wird Nikon sehr schaden, dass ein Programm aufgegeben wird, daß in RAW-Bearbeitung bester Qualität und sehr schneller verlustfreier Bearbeitung einzigartig war.
    Mit dem „Desaster D800“ lebe ich ich ohne jemals irgendein Problem gehabt zu haben….
    Für mich das Beste was der Markt an Auflösung, Textur und Farbtreue
    zu bieten hat….

    Es gab Ausnahmen, wie bei allen anderen Firmen auch…
    auch unter den Fotografen

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    • Hallo Wolfgang
      Du hast Recht was interne Funktionen angeht. Nicht umsonst schwören viele auf die Ergebnisse welche mit CNX erzielbar sind. Für viele Anwender ist aber auch die Usability eines Produkts ein wichtiger Aspekt und hier hat es Nikon nach meiner Meinung versäumt seine Anwender mit zu nehmen. Potentielle Möglichkeiten hat Nikon selbst mit der „Runderneuerung“ von ViewNX gezeigt – so etwas hätte ich mir für CNX auch gewünscht, bzw. hatte damals gehofft das bald darauf Capture NX folgen würde …
      Mit dem „D800 Desaster“ habe ich übrigens nicht die D800 selbst, sondern das Problem mit den Autofokus-Messfeldern gemeint – die D800 definiert nach meiner Meinung eine eigene Klasse von Kamera. Ebenso die D600, hier ging es mir um das „Dust and Oil“ Problem. Beides sind Dinge welche ein Hersteller seinen Endkunden ersparen sollte, vor allem in dieser Preisklasse und wenn man Nikon heißt!
      Viele Grüße, Bernd

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