Anfang dieses Jahres erhielt ich eine Nachricht von Kate aus dem Aiarty‑Team: Sie fragte, ob ich Interesse hätte, den Aiarty Image Enhancer 3.x auszuprobieren.
Transparenzhinweis
Aiarty hat mir die Software für den Test kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Beitrag spiegelt dennoch ausschließlich meine eigene Meinung und praktischen Erfahrungen wider.
TL; DR
Wenn der Funktionsumfang des Aiarty Image Enhancer zu den Anforderungen passt, kann ich nach meinen Tests und Erfahrungen eine eindeutige Empfehlung aussprechen. Die Kombination aus hoher Leistung, überzeugender Bildqualität und dem attraktiven Preis macht den Aiarty Image Enhancer zu einem ausgesprochen interessanten und konkurrenzfähigen Produkt. Besonders hervorzuheben ist zudem, dass Aiarty auch komprimierte Fuji‑RAWs (RAF) zuverlässig verarbeiten kann – ein Punkt, an dem andere Tools scheitern oder Einschränkungen haben. Vor der Anschaffung bitte wirklich den Funktionsumfang genau betrachten, das Tool möchte ich als „reduzierten Allrounder“ bezeichnen, der irgendwo zwischen den klassischen DeNoise‑/RAW‑Konvertern und Programmen wie Topaz Photo AI seinen Platz findet.
Bilder erzählen Geschichten – mindestens zwei zugleich
Die eine Geschichte zeigt das Motiv, das wir festhalten wollten. Die andere erzählt vom Moment dahinter: vom Fotografen, der im richtigen Augenblick abdrückt, von spontanen Entscheidungen, kleinen Abenteuern – und manchmal auch von Grenzen, den eigenen und der Ausrüstung. Denn wir kennen es alle: Viele Aufnahmen entstehen als Kompromiss zwischen Blende, Verschlusszeit, Rauschen, Brennweite und dem vorhandenen Licht. Nicht selten bleibt dabei etwas auf der Strecke.
Genau hier setzen moderne KI‑Tools an. Sie können Schwächen ausgleichen, die sich manchmal nicht vermeiden lassen. Wie gut das funktioniert, möchte ich anhand einiger Beispiele zeigen – und dabei auch einen Blick auf das Bezahlmodell werfen.
Bisher dominieren Player wie Topaz Photo AI, DxO PureRAW oder RAW‑Konverter mit integrierten KI‑Funktionen, etwa Lightroom mit „Details verbessern“ oder ON1 Photo RAW mit „Resize AI“. Der Aiarty Image Enhancer positioniert sich irgendwo dazwischen und könnte durch seinen Funktionsumfang gleich mehrere dieser Programme ersetzen.
Abo, oder nicht Abo …
… diese Frage begleitet inzwischen fast jede Kreativsoftware, und ich mache keinen Hehl daraus: Ich mag Abos eigentlich nicht.
Bei Programmen, die ich täglich nutze, kann ein Abo noch sinnvoll erscheinen. Aber Spezialtools, die nur einen kleinen Teil meiner Arbeit ausmachen, fristen dann ein „bezahltes“ Dasein auf der Couch – nur damit man sie im Bedarfsfall griffbereit hat.
Da es heute kaum noch ohne Abomodell geht, gilt für mich: so wenige Abos wie möglich, so viele wie nötig. Als bekennender Adobe‑Refugié war das zwar nicht der ursprüngliche Grund, Lightroom damals zu verlassen – Version 1 und 2 kamen ja noch ohne Abo aus –, aber es ist definitiv einer der Gründe, warum ich nicht zurückkehren werde. Mit klassisch bezahlter Software oder Open Source bin ich sehr glücklich. Und genau hier sammelt der Aiarty Image Enhancer seine ersten Pluspunkte: Als Abo hätte ich ihn gar nicht erst getestet.
Aiarty setzt auf eine klassische Kauflizenz ohne laufende Gebühren, während Topaz für Photo AI ein Abo‑Modell bevorzugt. Wer Software lieber besitzt statt dauerhaft mietet, fährt mit Aiarty langfristig günstiger und planbarer. Genau an diesem Punkt trennten sich die Wege von Topaz und mir – obwohl das Produkt hervorragend ist, nutze ich es schlicht zu selten, um die hohen laufenden Kosten zu rechtfertigen.
Aiarty Image Enhancer 3x
Aber es geht hier darum was der Aiarty Image Enhancer (AIE) so kann und wir starten in den Straßen von Berlin und einer Aufnahme, in der sich erst hinterher das eigentliche Motiv offenbarte.
Hinweis:
Gesichter auf Fotos gelten nach der DSGVO als personenbezogene Daten, weil Personen darüber eindeutig identifizierbar sind. Darum habe ich mich entschlossen diese notgedrunen mit einem Balken zu versehen. Sorry, geht halt in Deutschland nicht anders.
Schauen wir uns das Upscaling an
Die Aufnahme zeigte eine Straßenszene vor einem Café. Man hätte hier noch mehr Brennweite des eingebauten Zooms verwenden können; das ist aber nicht geschehen und führt nun dazu, einen stärkeren Ausschnitt aus dem Bild zu verwenden.

(LEICA D-LUX 8 mit Built-in VARIO-SUMMILUX 1:1.7-2.8/10.9-34 ASPH. @27.5mm, 1/125s, f/10.0 und ISO200)
Schon die erste Version (die hier nicht zu sehen ist) zeigte einen deutlichen Verlust an Bildinformationen, verursacht durch den starken Beschnitt und die begrenzenden 21MPx der D‑LUX 8. Die Idee war daher, das RAW vor der eigentlichen Entwicklung zunächst um den Faktor 2× zu vergrößern, die Gesichter so gut wie möglich zu erhalten bzw. zu verbessern und gleichzeitig vorhandenes Rauschen zu reduzieren. Das Ergebnis wäre dann ein lineares RAW, das sich anschließend in ON1 Photo RAW oder jedem anderem Bildbearbeiter, ohne Einschränkungen weiterverarbeiten lässt.
Schauen wir das Ergebnis im Vergleich zum ursprünglichen DNG aus der Kamera an.

Die Einstellungen im AIE sieht man auf der rechten Seite des Screenshots. Die Strukturen im Bild sind klarer, lediglich mit den schon im ursprünglichen Bild überbelichteten Beinen kam der AIE nicht zurecht, was aber im Nachgang im eigentlichen Bildbearbeiter korrigiert werden kann.
Wie haben hier nun ein DNG mit 320 anstatt der ursprünglichen 31MB, welches damit deutlich mehr Potential für das darin enthaltene Motiv besitzt.

(LEICA D-LUX 8 mit Build-In LEICA DC VARIO-SUMMILUX 1:1.7-2.8/10.9-34 ASPH. @27.5mm, 1/125s, f/10.0 und ISO200)
Neben einem geringeren Rauschen wurden die Gesichter sehr gut erhalten, so dass selbst in diesem skalierten Ausschnitt eine Abdeckung mit Balken notwendig ist. Hier ist das Bild aber vollständig zu sehen 🙂 Alle AI‑Upscaler teilen ein typisches Problem: Bei sehr kleinen Schriften beginnen sie zu „halluzinieren“, also Details zu erfinden, die im Original gar nicht vorhanden sind. Besonders gut erkennt man das, wenn man auf 400 % oder noch stärker hineinzoomt – die KI interpretiert den undeutlichen Text dann als vermeintlichen Schriftzug und „rät“ sich etwas zusammen.
Verbesserung der Bildqualität / DeNoise
Rauschen entsteht immer dann, wenn der Kamerasensor zu wenig Licht bekommt. Deshalb kann ein Bild bei ISO800 manchmal stärker rauschen als eines bei ISO1600 – etwa dann, wenn das ISO800‑Foto eigentlich zu dunkel war und später aufgehellt wurde. Je mehr man ein Bild nachträglich „hochzieht“, desto deutlicher treten die Körnung und Farbstörungen hervor.
Das folgende Bild entstand im Amboseli Nationalpark in Kenia am frühen Morgen. Die Sonne war noch nicht richtig aufgegangenen und damit ISO1600 notwendig, um eine akzeptable Verschlusszeit zu erreichen.

(FUJIFILM X-H2 mit FUJIFILM XF150-600mmF5.6-8 R LM OIS WR @600.0mm, 1/500s, f/10.0 und ISO1600)
Normalerweise geht ein Bild wie dieses durch DxO PureRaw, dem ich hier zum Vergleich die Aufgabe nochmals gestellt habe.

Im Anschluss musste auch der Aiarty Image Enhancer zeigen, was er kann.

Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden – strukturell gibt es zwar Unterschiede zu DxO PureRAW, aber was am Ende „besser“ wirkt, hängt stark vom Motiv und vom eigenen Geschmack ab. Das Urteil überlasse ich daher zusätzlich euch.
Als kleine Randnotiz: Aiarty Image Enhancer bringt keine Objektivkorrekturen mit, während DxO PureRAW genau in diesem Bereich sehr stark ist. Das bedeutet in der Praxis, dass ein mit AIE optimiertes Bild anschließend im RAW‑Konverter oder während der weiteren Entwicklung noch optisch korrigiert werden muss, da dies nicht automatisch geschieht.

(FUJIFILM X-H2 mit FUJIFILM XF150-600mmF5.6-8 R LM OIS WR @600.0mm, 1/500s, f/10.0 und ISO1600)
Upscale eines JPEG aus dem SmartPhone
Bisher habe ich immer RAW-Dateien durch den Aiarty Image Enhancer geschickt, aber da war auch noch ein JPEG von unserer verrückten Nudel unterwegs auf einer Exkursion durch dubiose Misthaufen.

Schlechtes Licht und fehlende Brennweite machten wieder einen Upscale notwendig, der die 4,6MB-Datei in eine 118MB großes PNG mit 16-Bit verwandelte.

(Apple iPhone 16 Pro Max back triple camera 6.765mm f/1.78 @6.8mm, 1/86s, f/1.8 und ISO200)
JPEGs sind bei mir ein out-of-scope, aber es gibt immer wieder „Interfamiliäre-Anwendungsfälle“ wo Hilfe notwendig ist.
Fazit
Ich finde den Aiarty Image Enhancer absolut gelungen, wenn auch noch einige Verbesserungen notwendig sind. Mir fehlt die Möglichkeit automatisch das Verzeichnis der Quelldatei zu verwenden und darüber hinaus würde ich mich über Objektivkorrekturen freuen. Mit den Ausgabepfad kommt man zurecht, wenn man darauf achtet und der zweite Punkt die Objektivkorrekturen … nun ja, es muss ja noch was für das nächste Release übrigbleiben 😉
Begeistert hat mich die Korrektur des ersten Bildes und der darin enthaltenen Gesichter, zumal das eine Anforderung ist, die ich seit der „Trennung“ von Topaz Photo AI wegen des Abo-Modells nicht mehr so richtig abdecken konnte. ON1 Resize-AI in der aktuellen Version, kann man dafür schlicht vergessen. Mit dem Aiarty Image Enhancer, habe ich wieder die Möglichkeit, die ich dazu nicht unnötig bezahlen muss, wenn es mal ein halbes Jahr keine Gesichter zu retten gibt.
Ich halte den Aiarty Image Enhancer für ein gutes und nützliches Produkt, zumal er sich irgendwie zwischen reinen RAW-Konvertern wie DxO PureRaw und Optimierern wie Topaz Photo AI bewegt.
Zum Schluss noch ein wichtiger Punkt, der Aiarty Image Enhancer nutzt intensiv die GPU des Computers. Bei mir lief das Produkt während aller Tests flüssig, stabil (ohne einen einzigen Hänger oder Absturz) und profitiert von leistungsfähiger Hardware.

Der Aiarty Image Enhancer überzeugt auch deshalb, weil er kein Abo-Modell erzwingt. Bitte Aiarty, bleibt diesem Ansatz treu! Nutzer wollen leistungsfähige Software zu einem fairen Einmalpreis – nicht in endlose Abonnements gedrängt werden.
Beinahe hätte ich meinen letzten Wunsch vergessen: Eine Linux‑Flatpak‑Version wäre großartig. Solange man nicht danach fragt, wird es auch nichts in diese Richtung geben. Und nein – Linux‑Software muss nicht kostenlos sein, ermöglicht aber eine flexiblere Wahl des Betriebssystems und einen weiteren Schritt in die Digitale Soveränität.
Update
Bei Interesse, hier zwei Links zu Aiarty:
und hier mit Rabattcode
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Bleibt mir gewogen, Euer Albfotograf