Film Simulation (1/2) für Fuji X-Series ….

… und andere Kameras

Schön das Ihr wieder zu meinem Blog gefunden habt. Wenn wir analoge Fotos (egal, ob es die eigenen oder jene unserer Eltern sind) anschauen, sind es oft die Farben welche uns beeindrucken. Ich denke hier nicht an die vergilbten Dias und Bilder an denen der Zahn der Zeit am chemischen Aufbau des Bildes nagt, sondern an den Unterschied und Eindruck welcher durch die Verwendung von unterschiedlichen Filmen erreicht wurde. Ich möchte hier stellvertretend nur mal den Kodak Ektachrome oder den Fuji Velvia nennen … jeder dieser Filme hatte seinen eigenen Charakter und gab diesen an das Bild weiter.

Fuji baut ja nicht nur Kameras und Objektive, sondern hat auch analoge Filme hergestellt. Ich kann mich noch gut an einen Tipp erinnern, welchen ich vor 25 Jahren bekommen habe … „was Du gehst nach Schottland, dann nimm einen Fujichrome Velvia, damit hast Du auch kräftige Farben wenn es regnet“ … Stimmt es hat geregnet, aber die Farben der Dias waren trotzdem gut.

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(Ricoh KR10x mit Sigma 28-70mm F/3.5-4.5 UC AIS, Fujichrome Velvia 100)

In die X-Serie hat Fuji eine Reihe seiner Filme als Film Simulation eingebaut, neben sechs Farbfilmen gibt es auch vier monochrome Simulationen und mit der 2ten Generation der X-Pro2 wurde auch der legendäre Fujifilm Neopan Acros 100 hinzugefügt. Aktuell ist dieser in der X-Pro2, der X-T2, X-T20 und der X100F vorhanden. Natürlich darf hier die GFX5s ebenfalls nicht in der Aufzählung fehlen. Details über den Acros sind in den folgenden Link zu finden.

Leider gehen die älteren Modelle der X-Series (X-T1, X-Pro1 und X-T10, ….) leer aus, Fuji wird hier wohl den Acros nicht über ein Firmware Update nachrüsten.

So schön die eingebaute Film Simulationen sind, stört mich daran, dass sie sich letztendlich in einem JPEG manifestieren. Sprich, fotografiert man mit einer Filmsimulation dann hat man hinterher ein JPEG mit eben genau dieser. Ist die Kamera auf RAW+JPEG eingestellt, wird die Filmsimulation im RAW-File vermerkt und auch das Vorschaubild innerhalb des RAWs in dieser Filmsimulation abgespeichert – eine Interpretation erfolgt in der Regel im RAW Konverter nicht.

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Das Bild oben zeigt die Vorschau aus dem RAW (Film-Streifen unten in Photo Ninja) mit der Film Simulation, aber das Bild selbst wird in Farbe interpretiert.

Lightroom ist zwar seit geraumer Zeit in der Lage eine Art Mapping zwischen der eingestellten Film Simulation herzustellen und damit einen sehr guten Look zu erzeugen, die anderen Hersteller bieten das aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht an.

Entwickelt man nun seine Bilder nicht in Lightroom, bleibt nur der Griff zu einem weiteren Programm wie z.B. dem DxO Filmpack welcher einen generellen Ansatz darstellt, da er als Standalone Anwendung aus der Fuji entwickelte RAW Dateien als TIFF oder JPEGs weiterverarbeiten kann. Genau wie DxO Optics Pro unterstützt das DxO Filmpack keine Fuji RAWs auf nativem Wege, sondern nur als fertig entwickeltes TIFF oder JPEG. Durch die Möglichkeit gleich ganze Verzeichnisse im Stapel zu bearbeiten lassen sich problemlos ganze Serien von Bildern, wie zum Beispiel ein Hochzeitshooting, mit einer entsprechenden Filmsimulation versehen.

Für mich, der primär seine Bilder mit Photo Ninja entwickelt, bedeutet das für den Fall das ich eine der Film Simulationen haben will, den Export der Bilder als TIFF aus dem RAW Konverter und Konvertierung mittels dem DxO Filmpack. Dadurch habe ich am Ende meiner Bearbeitungskette mindestens drei Dateien eines Bildes auf dem Rechner liegen. Das RAW + die Entwicklungseinstellungen, ein exportiertes TIFF und das im DxO Filmpack konvertierte JPEG. Erfolgen im DxO Filmpack noch weitere Veränderungen, ist es sinnvoll das TIFF nochmals mit diesen Einstellungen zu speichern … was eine 4te Datei erzeugt.

Der ganze Workflow ist natürlich aufwändiger als das JPEG mit der Film Simulation, gleich aus der Kamera zu verwenden, hat aber den Vorteil das ich die Entwicklung meiner RAW Dateien nicht der Kamera überlasse und darüber hinaus die Film Simulation für jede beliebige Kamera verwenden kann. Den Fuji Neopan Acros 100 also auch für die nicht mehr ganz neue X-T10, X-T1 usw. zur Verfügung habe, und darüber hinaus Bilder aus einer Nikon oder Canon damit konvertieren kann.

Für Fotografen welche ihre Bilder mit RawTherapee entwickeln gibt es noch eine weitere Möglichkeit, nämlich die Verwendung von Color Look Up Tables (CLUTs) welche über HaldCLUT eingebunden werden … das ist aber ein weiterer Blog-Beitrag, der in nicht zu allzu langer Zeit kommen wird.

Hier noch ein kleiner Tipp zum Schluss.

Wird im Rahmen eines Shootings mit unterschiedlichen Kameras gearbeitet, z.B. mit einer X-T2 und einer X-T1 als Backup-Kamera kann über die Verwendung des DxO Filmpacks oder der HaldCLUT Profile einen einheitlichen Look der Bilder erzeugt werden. Das funktioniert sogar, wenn an einer Hochzeit der Second-Shooter mit einer anderen Kamera Marke gearbeitet hat.

Viel Spaß und beste Grüße, b!

Eine Antwort zu “Film Simulation (1/2) für Fuji X-Series ….

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