Review FastRawViewer

Mein Workflow zur Bearbeitung von RAW-Dateien ist schon seit Jahren unverändert:

  1. Kopieren der RAW-Files von der Karte mit dem Windows Explorer in ein Verzeichnis nach folgender Konvention: YYYY-MM-DD-nn, da wurden die Fotos gemacht, also z.B. 2015-08-03-01, Zypern Speedboat
  2. Bearbeitung mit dem RAW-Konverter
  3. Nachbearbeitung mit einer Bildbearbeitung
  4. Verschieben der RAW-Files und Entwicklungsdaten in mein RAW-Archiv auf dem Server
  5. Verschieben der entwickelten JPEGs in meine Fotodatenbank

Ein Punkt mit dem ich mich hier immer ein wenig schwer getan habe, war die Auswahl der RAW-Files. Besonders wenn große Serien erstellt wurden, also 10 oder vielleicht sogar 100 sehr ähnliche Bilder zu selektieren waren. Die möchte ich natürlich nicht alle entwickeln, sondern zumindest die definitiv schlechten (bei mir meistens unscharfen) und auch die doppelten Bilder löschen.

Dazu bringen meine Bearbeitungsprogramme in der Regel einen Bildbrowser mit welcher eine Auswahl und auch ein Löschen von Bildern ermöglicht. Abhängig von der Menge an Bildern reagieren die Browser hier aber teilweise sehr behäbig, sprich langsam und zäh.

Durch Zufall bin ich im Nikon-Forum über einen Thread gestolpert in dem der FastRawViewer von LibRaw LLC nebenbei erwähnt wurde. Die Möglichkeit das Produkt für 30 Tage zu testen und ansonsten moderate Lizenzbedingungen (2 Installationen pro Lizenz für 14€) ließen mich nicht lange zögern mir den FastRawViewer im Detail an zu schauen.

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Hier also eine Zusammenfassung meiner Eindrücke.

Geschwindigkeit

Schlicht und ergreifend der Hammer! Auf einem physikalischem Rechner, sprich meinem Notebook mit Windows 10 verwendet der FastRawViewer DirectX11 als Graphics Engine, kann aber auch auf OpenGL 2 und DirectX9 zurück greifen, was z.B. beim Betrieb in einer Virtuellen Maschine (VM) notwendig ist.

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Auch in einer virtuellen Umgebung lassen sich damit große Mengen an RAW Files problemlos sortieren. Dazu gibt es noch die Möglichkeit für den Fuji X-Trans Sensor die Darstellungsgeschwindigkeit zu optimieren.

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Die RAW-Files der X-T10 werden dadurch nochmals schneller dargestellt. Das geht deutlich fixer als bei ON1 Photo 10 oder auch DxO 10 – welche schon jeweils in optimiertes Anzeigemodul für die Auswahl besitzen. Der FastRawViewer ist hier deutlich schneller, aber genau dafür ist er gemacht und für nichts anderes, ein Spezialist für genau eine Aufgabe.

Die Oberfläche

Gut gemacht und flexibel konfigurierbar. die einzelnen Fenster für Folders, Favourits, Raw Histogram, … lassen sich verschieben, so habe ich z.B. die Exif-Daten von Links nach rechts geschoben um mehr Platz für die Folders (Ordner) zu haben.

Ja die Ordner, hier sehe ich Potential zur Verbesserung. Im Standard sehe ich erst einmal von meinen Ordern nur den Anfang und “irgendetwas vom Ende”.

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Besser wird das, wenn ich den Ordner breiter mache. Dann bleibt aber hinter dem längsten Ordner noch ein Bereich frei welcher recht groß erscheint und mir damit am Bild fehlt.

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Den sollte man kleiner machen … außerdem wäre es hilfreich einfach den Anfang der Ordner einzublenden anstatt wie oben zu sehen in der Mitte etwas heraus zu scheiden. Gut irgendwas muss ja auch noch in Version 2 kommen Smile

Working with …

Der FastRawViewer bietet zwei Möglichkeiten wie Bilder sortiert werden können.

  1. Moving files to _Rejected subfolder (STRG+Shift+Entf), hier wird im aktuellen Ordner ein Unterordner _Rejected angelegt in dem die aussortierten Dateien landen
  2. Copying and relocating (Moving – M oder Shift+M) die Dateien in einen anderen Ordner zur Weiter Verarbeitung

Ich verwende beide … bin ich unterwegs, dann sortiere ich lokalen Ordner und verschiebe nach _Rejected … bin ich Zuhause und habe direkten Zugriff auf meinen Fileserver dann arbeite ich lokal mit einem Quell-Verzeichnis und nehme gleich den Server mit dem Laufwerk R: als Zielverzeichnis, also die Möglichkeit 2. Dazu bietet der FastRawViewer auch die Möglichkeit an eine Wechselmedium (SD, CF, XD, ….) als Quelle zu verwenden.

Die Bedienung erfolgt mit der Maus oder über Tastenkombinationen, was die Geschwindigkeit deutlich erhöht. STRG+(+/) zum Zoomen, zum Beispiel. Soweit ich das bisher gesehen habe, ist fast jede Funktion über eine Tastenkombination erreichbar und darüber hinaus individuell zu konfigurieren.

Der FastRawViewer bietet detaillierte Einsicht in die RAW-Daten eines Bildes und darüber hinaus die Möglichkeit Informationen in XMP ab zu speichern. Beiden Punkten werde ich mich in einem extra Blog-Beitrag widmen.

Fazit

Für die Sortierung von RAW-Files ist der FastRawViewer erste Wahl – “empfehlenswert / highly recommended”. Dieses Tool ist für mich wieder einmal der Beweis, dass die Beschränkung auf eine Kernfunktion ein extrem leistungsfähiges Produkt hervorbringen kann – Spitze!

Grüße, b!

3 Antworten zu “Review FastRawViewer

  1. Hallo Bernd,

    danke für den Beitrag. Ich denke, dass ich mir das Tool auch mal ansehen werde. Wie benennst Du Deine Dateien um? Setzt Du dafür auch ein bestimmtes Tool ein?

    Viele Grüße,
    Christoph.

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    • Hallo Christoph
      Ich benenne meine Dateien nicht um. Meine Kameras sind so eingestellt das sie 4stellig nummerieren und danach starte ich wieder bei 0.
      Da meine Bilder an Ende ohnehin als JPG im meiner Fotodatenbank landen stellt diese Vorgehensweise auch keine Probleme dar. Ein Shooting mit mehr als 9999 Dateien in einem Ordner hatte ich bisher auch nicht, das Maximum waren bisher knapp 5k bei einer Hochzeit – und das war selbst eine Ausnahme.

      Der Workflow sieht bei mir wie folgt aus:
      FastRawViewer -> RAW-Konverter -> Fotodatenbank (Imabas)
      Die Entwickelten RAWs behalte ich natürlich auch in einem separaten Laufwerk auf dem Server: r:\\, Titel

      Hilft Dir das weiter?
      Viele Grüße, b!

      Gefällt mir

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