FRINGER EF-FX PRO I und das SIGMA 70-200mm F2,8 DG OS HSM | Sports

Wirklich rund ist das Objektiv-Portfolio von FUJIFILM noch nicht aber was nicht ist, wird 2021 bestimmt noch werden.

Moin, moin

Eigentlich wollte ich diesen Blog noch ins Jahr 2020 schieben, habe es aber leider nicht geschafft.

Da ich nun schon einige Jahre mit FUJIFILM unterwegs bin, ist es an der Zeit einen Blick auf das Objektiv-Portfolio des X-Systems zu werfen. Gemäß dem Motto „you date a camera, but you marry a lens.”, will ich hier ein paar Gedanken teilen, die mir seit geraumer Zeit durch den Kopf gehen.

Nachdem die FUJIFILM X-T3 durch eine Reihe von Funktionen und Updates zu einer mehr als passablen Sport- und Action-Kamera geworden ist, fehlte mir immer noch ein passendes Objektiv für eine Reihe von Sportarten. Nochmals kurz in der Jugend schwelgend war die Nikon D3 mit dem Sigma 120-300mm F2,8 DG OS HSM | Sports mein bevorzugtes Gespann, vor allem für Fußball. Eigentlich gibt es bei Fujifilm mindestens drei Telezooms, die nach meinem Geschmack sehr gute Qualität liefern. Warum es das Sigma 70-200mm F2,8 DG OS HSM | Sports geworden ist, will ich hier zusammenfassen.

Warum das Sigma 70-200mm F2,8 DG OS HSM | Sports?

Neben dem FUJINON XF55-200mmF3.5-4.8 R LM OIS gehören für mich, das FUJINON XF50-140mmF2.8 R LM OIS WR und das FUJINON XF100-400mmF4.5-5.6 R LM OIS WR dazu. Ich besitze jede dieser Optiken und habe damit hinreichend Erfragungen gesammelt.

Die folgende Tabelle hilft das Sigma 70-200mm F2,8 DG OS HSM | Sports einfacher gegen die drei FUJINONs in Relation zu setzen. Dazu verwende ich 1,52 als Crop-Faktor (den FUJIFILM ebenfalls verwendet)

Brennweite (KB) Lichtstärke (N) Schärfentiefe (KB)
FUJINON XF55-200mm 83,6-304mm F/3.5-4.8 F/5,3-7,2*
FUJINON XF50-140mm 76-213mm F/2.8 F/4,3*
FUJINON XF100-400mm 152-608mm F/4.5-5.6 F/6,8-8,5*
Sigma 70-200mm F2,8 106,4-304mm F/2.8 F/3,8

* bei Offenblende und einem Crop-Faktor von 1,52

Das FUJINON XF55-200mmF3.5-4.8 R LM OIS

Das FUJINON XF55-200mmF3.5-4.8 R LM OIS ist mein ständiger Begleiter in den Bergen und wenn ich unterwegs bin, um auf der Schwäbischen Alb unsere Landschaften zu fotografieren. Nach den vielen Jahren muss ich sagen, dass zumindest das Exemplar, welches ich besitze, eine hervorragende Qualität liefert. Die einzige Eigenschaft, die mir bei der Sportfotografie nicht ausreicht, ist die durch die geringe Anfangsblende bedingte Freistellung.

MTB Rennen Reutlingen Panzergelände

(FUJIFILM, X-T2 mit FUJIFILM XF55-200mmF3.5-4.8 R LM OIS @60.7mm, 1/1700s, f/3.6 und ISO200)

Der Dank für dieses Bild geht übrigens an den Fotografen Benni.

Das FUJINON XF50-140mmF2.8 R LM OIS WR

Die fehlende Blende und zusätzlich eine durchgängige Öffnung von F/2.8 liefert das FUJINON XF50-140mmF2.8 R LM OIS WR. Eigentlich passt hier alles, nur das mir die 140mm zu kurz sind. Verlängert durch einen Konverter wird daraus ein 70-196mm f/3,92 und damit grob ein 70-200mm f/4 was wiederum äquivalent im KB-Format mit einem 112,5 – 315mm f/3,92 mit einer Tiefenschärfe bei Offenblende von f/5,9 entspricht. Für Fußball ist mir das Objektiv ohne Konverter zu kurz und mit dem FUJINON TELECONVERTER XF1.4X TC WR hat es zu wenig Lichtstärke, für die Leichtathletik oder im Bikepark nach meiner Meinung die perfekte Optik.

BenniTheBruce

(FUJIFILM, X-T3 mit FUJIFILM XF50-140mmF2.8 R LM OIS WR @87.1mm, 1/1600s, f/4.0 und ISO1000)

Womit wir zum nächsten und letzten der FUJINONs kommen.

Das FUJINON XF100-400mmF4.5-5.6 R LM OIS WR

Mit dem FUJINON XF100-400mmF4.5-5.6 R LM OIS WR habe ich mein Lieblingstele gefunden, allerdings für die Landschaftsfotografie. Die variable Anfangsöffnung zwischen F/4.5 und F/5.6 ergibt ein für diese Brennweite transportables aber nicht besonders lichtstarkes Objektiv. Auch dieses Objektiv habe ich bei einigen Fußballspielen getestet und hatte damit zwei Probleme. Im Gegensatz zum 50-140mm ist es zu lang (was wiederum in der Leichtathletik ein Vorteil sein kann) und ich musste ein gehöriges Stück vom Spielfeldrand zurücktreten. Dazu liefert mir die Offenblende des Objektivs nicht die gewünschte Freistellung.

Uracher Wasserfall

(FUJIFILM, X-T2 mit FUJIFILM XF55-200mmF3.5-4.8 R LM OIS @164.0mm, 1/6s, f/8.0 und ISO200)

… und nun?

Damit war ich gezwungen mich zwischen zwei Möglichkeiten zu entscheiden.

  1. Ich lege mir für die Sportfotografie wieder eine Nikon D(irgendwas) zu und kombiniere diese mit dem Sigma 120-300mm F2,8 DG OS HSM | Sports
  2. Der von mir gewünschte Brennweitenbereich mit hinreichend großer Öffnung des Objektivs kann über einen Adapter hergestellt werden

Im Übrigen habe ich das FUJINON XF200mmF2 R LM OIS WR aus den folgenden beiden Gründen (noch) nicht in Betracht gezogen.

  1. Es handelt sich um eine Festbrennweite und damit fehlt mir die Flexibilität eines Zooms
  2. Für meine Auftragslage beim Thema Fußball rechnet sich das Objektiv nicht

Nach einigen Tests des Fringer-Adapters, unter anderem mit dem Sigma 50-100mm F1,8 DC HSM | Art, habe ich mich dazu entschieden, dem Sigma 70-200mm F2,8 DG OS HSM | Sports eine Chance zu geben. An einer FUJIFILM X-T3 wird daraus ein 106-304mm mit Lichtstärke von 2,8 und einer Tiefenschärfe bei Offenblende von F/4 äquivalent zum KB-Format. Damit hatte ich eine, zumindest in der Theorie taugliche Lösung für die Sportfotografie. Doch wie hieß es noch in Goethes Faust „Grau, teurer Freund, ist alle Theorie“ und so will ich jetzt auf knapp ein Jahr und einige fotografierte Fußballspiele zurückblicken.

Ein Jahr mit dem Sigma 70-200mm F2,8 DG OS HSM | Sports

Gleich vorneweg, bei diesem Objektiv spielt es keine Rolle, ob ein Fringer-Adapter der Generation 1 oder 2 zum Einsatz kommt. Beide unterstützen das Objektiv und es ist kein Unterschied in der Geschwindigkeit des Autofokus auszumachen. Die Verwendung der Pro-Version bietet die Möglichkeit der Blendeneinstellung am Adapter, die bei mir aber immer auf 2.8 blieb. Das war der Grund für die Anschaffung der Linse, genau ich habe mit dem Objektiv niemals eine andere Blende als 2.8 verwendet außer eine einzige Halbezeit als mir der Ring auf 3.2 gerutscht war. Genau dafür ist diese adaptierte Lösung gedacht und für alles andere kann ich in bei FUJIFILM etwas passendes finden.

Darüber hinaus habe ich das Objektiv nie mit einem zusätzlichen Telekonverter eingesetzt, die 200mm an APS-C waren für Fußballspiele auf dem regulären Feld ausreichend.

Ich habe während der Fußballspiele über 10.000 Bilder gemacht und hatte dabei kein einziges technisches Problem mit der Kombination FUJIFILM X-T3 + Batteriegriff VG-XT3 + Fringer EF-FX Pro (I und II) und dem Sigma 70-200mm F2,8 DG OS HSM | Sports, keine Hänger, Freezes der Kamera oder wie auch immer geartete Auslöseprobleme. Die Kombination funktionierte, durch alle im Jahr 2020 veröffentlichen Firmware-Versionen von FUJIFILM, Fringer und Sigma 100% zuverlässig.

Testspiel VFL Sindelfingen : TSV Sondelfingen

(FUJIFILM, X-T3 mit Sigma 70-200mm f/2.8 DG OS HSM Sports @100.0mm, 1/8000s, f/2.8 und ISO640)

Das stattliche Gewicht, konnte ich durch den Einsatz eines Einbein-Stativ sehr gut kompensieren.

VFL Sindelfingen : FC Bayern München

(FUJIFILM, X-T3 mit Sigma 70-200mm f/2.8 DG OS HSM Sports @100.0mm, 1/3200s, f/2.8 und ISO320)

Jeder der das Sigma 120-300mm Sports und vielleicht dazu noch die Nikon D3 oder auch eine Canon EOS 1 kennt, weiß das diese Kombinationen ebenfalls nicht zu den Leichtgewichten gehören. Als absoluten Pluspunkt kann ich hier die mit Arca-Swiss kompatible Stativ-Schelle nennen, mit der es ohne Umbauten möglich ist, das Objektiv auf einem passenden Stativ-Kopf in Einsatz zu bringen. Das ist auch ein Tipp für FUJIFILM und zukünftige Objektive.

Vergleich FUJINON-SIGMA-FUJINON

Vergleicht man das Sigma Objektiv mit den beiden FUJIFILM Telezooms, wirkt es nicht größer bringt aber durch seine massive Bauweise und die 82mm Filterdurchmesser ein ordentliches Gewicht auf die Waage. Damit verbessert der Batteriegriff der X-T3 die Handhabung deutlich und bietet zusätzlich ausreichend Leistung für die beiden Halbzeiten eines Fußballspiels.

Fazit

Die Kombination aus der FUJIFILM X-T3, Fringer EF-FX Pro II und dem Sigma 70-200mm F2,8 DG OS HSM | Sports funktioniert hervorragend und zuverlässig.

X-T3 mit Fringer-Adapter und dem Sigma 70-200mm

Für mich habe ich ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis erreichen können, da weder die Anschaffung einer Kamera aus einem anderen System noch das FUJINON XF200mmF2 R LM OIS WR notwendig waren. Alles in allem bekommt man die Adapter-Objektiv-Kombination für um die 1500€ (Straßenpreis).

Quo Vadis?

Vielleicht bin ich einer der wenigen Fotografen, der sich einen Smart-Adapter (Fringer, …) gekauft hat, um damit eine Lücke im Objektiv-Programm durch eine Linse mit Canon-Anschluss zu schließen. Beworben werden Smart-Adapter gerne für Fotografen, die aus einem anderen System ihre Objektive parallel verwenden wollen oder einen Wechsel mit ihrem Objektiv-Park anstreben.

Für mich stehen nun mittelfristig eine Reihe von weiteren Sigma-Optiken auf dem Programm, zum Beispiel das Sigma 50-100mm F1,8 DC HSM | Art mit Canon-Anschluss in Verbindung mit dem Fringer-Adapter. Wobei ich damit die Hälfte des vorherigen Satz streiche Smile … da sich inzwischen der Markt an Objektiven für FUJIFILM ständig erweitert hat. Neben Viltrox bietet auch Tokina Objektive mit Autofokus für den FUJIFILM X-Mount an und will man den Gerüchten glauben schenken, steigt Sigma 2021 ebenfalls in den Markt ein. Die Frage ist nur, mit welchen Objektiven denn?

Ich glaube, dass man hier möglichst Kosteneffizient vorgehen wird und tippe hier auf die neuen DN/DG Objektive der Contemporary Linie:

  • 24mm F3,5 DG DN | Contemporary
  • 35mm F3,5 DG DN | Contemporary
  • 65mm F3,5 DG DN | Contemporary

Vielleicht kommt noch etwas weitwinkliges wie das Sigma 10-20mm F3,5 EX DC HSM hinzu und möglicher Weise die bei Filmern so beliebten 1.8er Zooms nämlich das Sigma 50-100mm F1,8 DC HSM | Art und das Sigma 18-35mm F1,8 DC HSM | Art. Diese Optiken ohne Adapter, direkt an der X-T3 betreiben zu können hätte was und da im Moment durch Corona ohnehin Kampfsport (Judo) nicht möglich ist, lohnt sich das Warten möglicher Weise.

Für Sigma wäre das kein großer Aufwand, da nur das Bajonett und Protokoll angepasst werden müssen.

Wenn ich mir von Sigma dann noch was wünschen darf, was wäre das?

Das 70-200mm F2,8 DG OS HSM | Sports, ein 500mm F4 DG OS HSM | Sports und vielleicht das Sigma 120-300mm F2,8 DG OS HSM | Sports, woran ich aber nicht wirklich glaube. Ich denke eher, dass wir ein 100-400 oder möglicher Weise etwas in der Art des 75-300mm FUJINONs erwarten können, wobei das Sigma erst einmal entwickeln müsste. Für die Ungeduldigen, bleibt immer noch der Fringer-Adapter, mit dem viele Canon und inzwischen auch Nikon Optiken an den Fuji X-Mount adaptiert werden können.

Vielen Dank fürs Vorbeischauen, Euer Albfotograf

2 Antworten zu “FRINGER EF-FX PRO I und das SIGMA 70-200mm F2,8 DG OS HSM | Sports

  1. Vielen Dank für diesen interessanten Einblick in den Fringer Adapter.
    Da es den ja mittlerweile auch für Fuji und Nikon gibt würde mich die Autofokusgeschwindigkeit- und zuverlässigkeit gerade auch beim Fußball sehr interessieren.

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    • Hallo Ingo
      Die AF-Performance hängt natürlich maßgeblich am Objektiv. Ein lahmer AF wird durch den Fringer-Adapter nicht schneller. Was dagegen ein maßgeblicher Faktor ist, welchen der Adapter beeinflußt ist die Treffsicherhiet. Hier wird auch explizit in den Listen zur Kompatibilität darauf hingewiesen.
      Wie gut nun der Fringer, faktisch mit einem Nikon (sagen wir mal den 70-200mm/2.8 III) ist läßt sich wahrscheinlich nur über einen Test herausbekommen.
      Ich hatte mir damals das Sigma 50-100mm geliehen und den Adapter aber davor schon gekauft. Die Ergebnisse haben mich dann bei der Anschaffung des Sigma 70-200mm bestärkt.

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