RAW-Konverter Update 01/2021

Einen wirklich guten Zeitpunkt für ein Update für RAW-Konverter gibt es nicht. Mit diesem Versuch, Anfang Februar habe ich auf jeden Fall darktable mit dabei, dafür muss ich wahrscheinlich RawTherapee durch ein Update nachschieben.

Hund im Schnee

(FUJIFILM, X-T3 mit Sigma 70-200mm f/2.8 DG OS HSM Sports @182.0mm, 1/4000s, f/2.8 und ISO640)

Bevor ich mit den einzelnen Konvertern beginne, eine  Einschätzung was 2021 auf uns zukommen wird, bzw. was 2020 schon in vielen Produkten zu sehen war.

Trending Features

Mit der Zeit werden wir in den neuen Versionen der RAW-Konverter Funktionen wie Panoramen, HDR- und Focus-Stacking sehen. Darüber hinaus wird sich der Trend zu “1-Click Optimierungen” verstärken, egal ob die durch AI oder einfach nur geschickt entwickelte Algorithmen erfolgen. Luminar macht uns das vor und  andere Hersteller werden mit ihren “Optimizations” folgen.

Zusätzlich werden sich immer mehr Hersteller Gedanken über die Integration von Cloud-Diensten machen. Nicht zwingend wie Adobe in Form seiner strickten Cloud-Strategie, sondern weil eine Reihe von neuen Diensten nur über die Cloud realisierbar sind. Ich denke hier an Online-Speicher oder die Synchronisierung von Entwicklungsdaten und Bildern zwischen Endgeräten.

Abschließend wird es zu einer noch effizienteren Unterstützung von GPUs (Prozessoren auf den Grafikkarten) und zu einer Portierung auf die neuen Apple M1 Chips und möglicher Weise auch auf die Windows ARM Plattform kommen.

Der Markt der RAW-Konverter wird schon seit einiger Zeit von verschiedenen Seiten in Angriff genommen. Anwendungen die originär nur zum Management von Bildern gedacht waren bekommen eine immer bessere RAW-Engine verpasst. Native RAW-Konverter bauen immer mehr Funktionen zur Bildbearbeitung mit ein. Zuletzt werden auch klassische Bildbearbeitungen eine immer bessere und vor allem vom Workflow funktionale Unterstützung für die RAW-Entwicklung bieten.

Also, was gibt es also Neues am Markt?

Update

Das hier folgende Update für eine Reihe von RAW-Konvertern ist nicht vollständig und kann und will es auch gar nicht sein. Vielmehr sind es Produkte mit denen ich im Verlauf des Jahres auf die eine oder andere Art in Kontakt komme und deren Entwicklung ich verfolge.

Adobe Camera RAW 13.1

Beginnen wir mit Adobe Camera RAW, dass im Dezember in der Version 13.1 veröffentlich wurde. ACR interessiert mich aus dem Grund, da es die Basis der RAW-Konvertierung in Photoshop und Lightroom ist. Als Verbesserungen sind die folgenden Funktionen dazugekommen.

  1. Color Grading
  2. Verbesserter GPU-Support für lokale Korrekturen
  3. Die Möglichkeit Bedienfelder aus- und wieder einzublenden
  4. Verbesserter Zoom
  5. Weitere Kameras und Objektive

Aus Interesse habe ich mal nach der Fuji X-S10 gesucht und diese auch gefunden.

Adobe Lightroom Classic 10.1

Das Update vom Januar 2021 war wie auch das vom Dezember ein Bugfix. Neue Features gab es bereits in der Version 10 von Lightroom Classic, die im Oktober von veröffentlicht wurde. Eine Übersicht über alle in Lightroom Classic behobenen Probleme liefert Adobe auf dieser Webseite.Die neuen Funktionen in Lightroom Classic sind fast identisch mit denen von ACR, was nicht weiter verwunderlich ist.

Adobe Lightroom 6 bekommt schon seit einiger Zeit keine Updates mehr und damit auch keine neuen Kameras und Objektive. Das hat aber auch zur Folge, dass Änderungen an Modulen von Drittherstellern nicht mehr in Lightroom 6 eingepflegt werden und damit zum Beispiel das Kartenmodul nicht mehr korrekt funktioniert. Das Ende von LR6 wurde angekündigt und ich verstehe, dass Adobe nicht drei Lightroom Versionen parallel pflegen will und die Zukunft sieht man bei Adobe in der Cloud. Einen kurzen Artikel zu schleichenden Obsoleszenz von Lightroom 6 ist auf dem Heise-Newsticker zu finden.

Wer dennoch die letzte LR6 Version (6.1.1) herunterladen will, kann das über die folgenden beiden Links tun.

  • Lightroom 6 für Windows
  • Lightroom 6 für den Mac

Die Suche im Internet offenbart den einen oder anderen Hack und Workaround wie nicht mehr funktionale Module umgangen oder doch wieder zum Leben erweckt werden können.

FUJIFILM X RAW Studio

Hier gab es ein Update im Oktober 2020 auf die Version 1.11.0 und damit wird auch die FUJIFILM X-S10 mit unterstützt. Im X RAW Studio bleibt es auch beim JPEG-Format als Ausgabeformat und somit bei einer, sagen wir mal eingeschränkten Weiterverarbeitung der Ergebnisse. Ich würde mir hier den Export ins DNG- oder als TIFF wünschen, hatte ich aber schon einmal erwähnt.

Photo Ninja

Jim Christian, der Entwickler welcher hinter Photo Ninja und PictureCode steckt hat im Oktober 2020 das letzte Update veröffentlicht. Damit ist auf jeden Fall die Sony A7R4 mit im Support und für die Fujifilm X-S10 müssen wir uns leider mit einem Patch der EXIF-Daten helfen. Das sollte aber Problemlos funktionieren, da sowohl die X-T3, die XT4 und auch die X-S10 den gleichen Sensor haben.

Immer wenn ich nachfrage, wie es eigentlich mit Photo Ninja 2.0 aussieht bekomme ich die folgende Antwort:

I’m working very hard on V2.0, I think there will be some interesting improvements.
— Jim

Ich glaube der Satz über dem Namen gehört auch zur Signatur Smile Gespannt bin ich auf jeden Fall, da mich die Qualität von Photo Ninja als RAW-Konverter immer überzeugt hat.

Iridient Digital

Iridient Digital hat für den Iridient Developer nach dem Major Update Mitte November 2020 auf Version 3.5 nochmals Ende September das Release 3.5.1 nachgelegt und dabei gleich die Unterstützung für die letzte unter der Olympus-Flagge erschienene Olympus E-M10 Mark IIIs mit rein gepackt. Den Iridient-Transformer gibt es für verschiedene Kamerahersteller und daher driften hier die Versionen auch ein Stück weit auseinander. Der X-Transformer mit Unterstützung der Fujifilm X-S10 gibt es hier zum Download.

Exposure X6

Mitte Dezember hat dann Exposure Software mit dem Update 6.0.2.124 für X6 nicht nur neue Kameras und Objektive wie das Fujinon GF45-100mm F4 LM OIS WR in die Support-Matrix aufgenommen, sondern auch Support für die Apple M1 CPUs angekündigt. Dieser Support ist zwar aktuell noch experimentell, zeigt aber wohin die Reise gehen wird. Daneben besitzt X6 inzwischen das eine oder andere “Automatic Adjustment” mit dem auf einen Klick recht gute Ergebnisse zustande kommen. Ich drücke Exposure Software und auch mir als Anwender dieser Software die Daumen, dass diese lange am Markt bleiben möge.

ON1 Photo RAW 2021

ON1 Software arbeitet immer mit Release-Zyklen die einmal im Jahr erscheinen und dann für ungefähr 15 Monate Updates erfahren. Normaler Weise ist der Monat für die Veröffentlichung immer “late October”, aber dieses Mal ist es der November geworden. Am 02. November wurde die Version ON1 Photo RAW 2021 veröffentlich und hat seitdem ein Update erfahren. Seit dem 15.November 2020 verharrt ON1 Photo RAW 2021 auf der Version 15.0.1.9794. Über die Möglichkeit ON1 Plug-Ins in anderen Programmen wie Affinity Photo, Adobe Lightroom oder Photoshop zu verwenden hatte ich schon im November geschrieben. Ende Januar 2021 können wir wahrscheinlich eine Erweiterung der Plug-Ins für Capture One erwarten, zumindest ist schon das erste Video dazu veröffentlicht worden. Darüber hinaus gibt es auch hier viel “AI” also künstliche Intelligenz die dem Entwickler das Leben einfacher machen soll und das auch tut. Die Pinsel zur Korrektur sind mit jeder Version einiges besser geworden und inzwischen komme ich damit gut zurecht. Was mir an ON1 Photo RAW sehr gut gefällt ist, dass ich mir damit den Einsatz von vielen Tools “drumherum” spare. HDR, Panoramen und Fokus-Stacking beherrscht dieses Programm sehr gut und mit der Entwicklung meiner Fuji-RAWs bin ich ebenfalls sehr zufrieden. Einzig die Unterstützung von neuen Objektiven lässt manchmal doch lange auf sich warten.

Letztendlich arbeitet ON1 an einer Vielzahl von Produkten die auch noch zusammenarbeiten müssen. Neben dem RAW-Konverter selbst, der Plug-In Serie, der ON1 Photo Raw Mobile App, gibt es ON1 Photo RAW 360 und ein Video-Editor ist ebenfalls in der Warteschlange.

Capture One 21

Nach meiner Meinung hat sich Capture One mit der krassen Preiserhöhung keinen Gefallen getan. Bietet doch Capture One 21 mit dieser Version keine wirklich neuen Funktionen. Unter anderem fehlt hier die von anderen Programmen angebotene Panorama-Funktion. Die gibt es zwar bei Exposure X6 auch nicht, dafür ist aber Capture One 21 inzwischen knapp 3x teurer. Für diesen Preis wollen die Anwender etwas haben und das ist nicht nur der Support von neuen Kameras. Mit dem Release 14.0.2 vom Januar 2021, bietet der RAW-Konverter zwar Support für das Fujifilm Pixel Shift und inzwischen auch für lineares DNG, macht aber dabei den stattlichen Preis nicht wett. Qualität hat sicherlich ihren Preis, dieses Mal habe ich mir aber das Update von 20 auf 21 gespart.

Luminar 4.3 ~ Luminar AI

Luminar AI wird von Skylum nicht als Nachfolger von Luminar 4 gesehen. Was ein Stück weit für Irritationen sorgt ist die Aussage vom letzten Herbst.

“Wir planen, nach der Veröffentlichung von LuminarAI noch ein weiteres Jahr lang Kompatibilitäts- und Leistungs-Updates für Luminar 4 zu liefern. Diese Updates werden kostenlos sein.

Luminar 4 wird darüber hinaus noch viele Jahre lang weiterlaufen (solange dein Computer die Systemanforderungen von Luminar 4 erfüllt).

Wir ermutigen dich jedoch, zu LuminarAI zu wechseln, da es einen revolutionären Ansatz für die Bildbearbeitung hat.”

Fakt ist, dass Luminar 4 in ein paar Monaten eingestellt wird. Anwender welche hier auf Funktionen, wie zum Beispiel die Bibliothek, gesetzt haben, lässt man im Regen stehen. Nun gut, die Bibliothek von Luminar 4 war ohnehin nicht die schnellste, doch gerade deshalb lag die Hoffnung in einigen Updates und in einem Nachfolger der hier eine bessere Qualität mit sich bringen würde. Die Titulierung von Luminar AI als neues Produkt ermöglicht natürlich auf einfache Weise das Entfernen von unnötigem oder nicht zeitgemäßen Ballast. Strategisch bestimmt keine schlechte Idee.

Einen sehr guten Artikel zu dem Thema gibt es bei der DOCMA zu finden.

Damit will ich aber zu Luminar AI kommen, dass mal abgesehen von einigen Differenzen zu Luminar 4 ganz brauchbar erscheint. Entwicklungen die ich bei einigen befreundeten Fotografen gesehen habe, konnten mich überzeugen und dabei ging es NICHT um den Austausch des Himmels oder Gimmiks der gleichen, sondern um die Entwicklung von RAWs. Luminar AI liefert hier solide Arbeit und packt noch einen Sack von Funktionen einer Bildbearbeitung mit oben drauf. Dazu hat Skylum am 26. Januar 2021, die Version 1.0.1 mit einer Menge an Bugfixes veröffentlicht.

darktable

Dieses Mal macht darktable den Abschluss, wie eigentlich schon oben angekündigt. Zum letzten Weihnachtsfest wurde die Version darktable 3.4 veröffentlicht. Lediglich im Sommer des letzten Jahres, wurde eine Version 3.2 eingeschoben, was aber nicht zu den üblichen Gepflogenheiten und Release-Zyklen des Entwickler-Teams passt. Vom Funktionsumfang und auch der Qualität der RAW-Entwicklung kann man darktable einen Gleichstand mit den sonstigen am Markt verfügbaren RAW-Konvertern bescheinigen. Darüber hinaus ist es für Einsteiger in die RAW-Entwicklung ein Programm was auf jeden Fall ein Versuch oder auch zwei Wert ist. Die Empfehlung für Einsteiger spreche ich nicht aus, da ich bei darktable einen geringeren Funktionsumfang sehe. Es ist vielmehr so gemeint, dass wenn ich einen RAW-Konverter suche, nicht zwingend der Blick in die kommerzielle Welt notwendig ist.

Darüber hinaus werden große Anzahl von Linux-Derivaten unterstützt und sogar FreeBSD zusammen mit MacOSX. Selbst Windows hat sich als Plattform für darktable etabliert und zu einer weiteren Verbreitung bestimmt seinen Anteil beigetragen.

Happy Update und bis zum nächsten Mal,

Euer Albfotograf

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