Atlas Adventure Pack Fotorucksack

Damit wir dem Regelwerk Genüge tun: Das ist WERBUNG, die keine ist! Den Rucksack habe ich selbst bestellt, bezahlt und importiert und darüber hinaus besteht keinerlei Verbindung zwischen mir und der Firma Atlaspacks.com. Ich darf also schreiben was mir in den Sinn kommt.

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Credits @ atlaspacks (https://atlaspacks.com)

Ja die Landschaftsfotografie, dass können epische Bilder von mit Nebeln durchdrungenen Tälern sein, magische Sonnenuntergänge über Berggipfeln und vieles mehr. Leider muss ich hier stoppen.

Wie fange ich am besten an?

Landschaftsfotografie ist, bevor und auch nachdem man seine Fotos macht, häufig mit einigem Aufwand verbunden. Lange zustiege zu den Lokationen vielleicht mit einer Übernachtung am Gipfel oder in Hütten. Hunger, Durst, Kälte und Hitze sowie Regen und Schnee. Kein Problem denkt man, Stirnlampe und Wanderstöcke, Schlaf- und Biwaksack, Brotzeit und ein warmer Kaffee oder Tee. Klar, dass erleichtert einem das Leben als Landschaftsfotograf nur, dass man die Ausrüstung auch irgendwie tragen muss und dafür eignet sich besonders gut ein Rucksack.

Wenn ich die Fotografie nicht auf ein Minimum, wie bei alpinen Unternehmungen reduzieren will, reicht die Mitnahme meiner Fujifilm X100F in der Gürteltasche nicht mehr aus und das Einwickeln von Objektiven in Handtücher hat sich zumindest in meinem Kletter- oder Hochtourenrucksack als keine gute Idee herausgestellt.

Darum verwende ich inzwischen Rucksäcke, die versuchen beiden Anforderungen gerecht zu werden und damit meine Fotoausrüstung genauso wie die Bergausrüstung zu transportieren. Liegt der Fokus auf der Fotografie, sind neben der Kamera, den Objektiven auch ein Stativ und Filter mit von der Partie, dass alles sollte seinen Platz finden und damit stellt sich natürlich die Frage, wie groß muss den so ein Rucksack eigentlich sein?

Rucksack (L) + Fotoausrüstung (L) = Fotorucksack
~40 Liter + 10 Liter ~ 50 oder 60 Liter

Somit haben wir die Größe des WANDRD Fernweh mit 50L, des F-Stop Tilopa mit 50L und des Atlas Adventure Packs mit 60L. Einen Vergleich zwischen F-Stop und Atlas Packs will ich in einem weiteren Blog machen. Heute geht es nur um den Atlas Adventure Pack und wie wir beide miteinander zurechtgekommen sind.

Teilbar ist der Inhalt in die folgenden Kategorien:

Fotoausrüstung:

  • Fujifilm X-T3 + L-Winkel mit Ersatz-Akkus
  • 10-24mm, 16-80mm und das 70-300mm
  • Laowa 9mm/2.8
  • Stativ Leofoto
  • Filtersatz (85mm vom Formatt-Hitech)
  • Ladekabel und Reinigungsutensilien
  • für Workshops das Tablet (Microsoft Surface Pro)
  • Kabel und Powerbank

Bekleidung / persönlicher Bedarf:

  • Regenjacke und -Hose
  • Unterwäsche und kleines Handtuch
  • Funktions-Shirt zum Wechsel nach dem Aufstieg
  • Mütze (warm)
  • Handschuhe
  • Warme Jacke
  • Leichte Hose für die Hütte
  • Sonnencreme + Medikamente
  • Trinkflasche und Verpflegung
    (Müsliriegel und Obst)

Nicht aufgeführt ist hier die Kleidung, die ich trage.

Bergausrüstung:

  • Wanderstöcke
  • Gelegentlich kurzes Berg-Seil und Klettergurt (wenn man runter in eine Gumpe muss)
  • Biwaksack
  • Erste-Hilfe Set
  • Stirnlampe

Damit will ich einen Blick auf den Atlas Adventure Pack werfen.

Der Atlas Adventure Pack (Inside)

Der Name Rucksack impliziert eigentlich dessen Verwendung, es handelt sich um einen Sack, den man auf dem Rücken trägt. Bei Fotorucksäcken ist aber eine Differenzierung notwendig, es erfolgt nämlich eine Trennung zwischen der Fotoausrüstung und dem restlichen Inhalt. Da Objektive bei der Zahnpasta nix verloren haben, gibt es hier mehrere Konzepte:

  1. In den Rucksack wird ein Einsatz mit der Fotoausrüstung gesteckt, bekannt dafür sind die Firmen Shimoda (Core Unit) und F-Stop (Internal Camera Unit), sowie wenige Modelle von LowePro
  2. Der Rucksack besitzt einen festen nicht veränderlichen Einsatz für die Fotoausrüstung, der füllt manchmal den gesamten Rucksack aus und ist fest mit diesem verbunden. Dieser Ansatz spiegelt den klassischen Fotorucksack wider und ist am wenigsten für meine Aktivitäten vor der Türe (Outdoors) geeignet. Rückblickend auf die letzten 20 Jahre waren hier schon der LowePro PhotoTrekker, diverse Modelle von Crumpler und Kata sowie ein Tamrac zu Besuch und haben mich alle auf die eine oder andere Art wieder verlassen
  3. Bleibt noch die letzte Möglichkeit mittels eines variablen „Raumteilers“ (Atlas Packs nennt das Origami) den Platz für die Fotoausrüstung festzulegen und variabel zu gestaltet. Dieses Konzept verfolgt Atlas Packs und man kann es als Alleinstellungsmerkmal bezeichnen. Weitere Hersteller die sich der Aufgabe, einen für draußen tauglichen Fotorucksack herzustellen widmen, tendieren zu dem in Punkt 1 beschriebenen Ansatz (bei WANDRD heißt der Einsatz Camera Cube)

Meine Erfahrung ist, dass bei der “kleinen Variante” mit ungefähr 6 L der “Quer-Trenner” weggelassen werden kann.

ADVENTURE PACK ORIGAMI CAMERA CORE

Die Aufteilung des Atlas Packs mittels des Raumteilers funktioniert sehr gut und effektiv. Der für die Fotoausrüstung vorgesehene Bereich kann mit weiteren Trenn-Elementen für die Ausrüstung aufgeteilt und ausstaffiert werden.

Fotoausrüstung

Wie zu erkennen ist, meine Fotoausrüstung passt rein und dabei bleibt noch Platz, um den Rest unterzubringen.

Restliche Ausrüstung

Der Stauraum für die restliche Ausrüstung ist von der Rückseite nicht voll zugänglich und kann in Gänze nur durch einen Eingriff von oben erreicht werden.

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Für den schnellen Durchgriff hat Atlas aber einen Reißverschluss spendiert, wenn man also weiß, wo das Zeug liegt, ist der Zugriff auch auf diesem Weg möglich. Was haltet Ihr von dieser Lösung, vielleicht ist es ja den einen oder anderen Kommentar wert? Ein guter Freund von mir sagte spontan, dass er das nicht gut findet, meinte aber nach einer Weile, dass alle seine Rucksäcke nur von oben im Zugriff wären und genau genommen sein F-Stop Rucksack davon abweicht. Nach sechs Fototouren mit dem Atlas Adventure Pack, kann ich sagen, dass ich diese Lösung gut finde. Das kleine Zugriffsfach lässt mich alle Dinge finden, wenn der Rucksack auf dem Boden liegt und von oben ist der Zugriff wie gewohnt möglich sollte der Rucksack stehen.

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Was die inneren Werte anbelangt, finde ich den Atlas Adventure Pack praktisch, zumal sich der gesamte Innenraum auch für andere Dinge nutzen lässt. Allerdings mit dem Nachteil, dass die Fotoausrüstung anders untergebracht werden muss und nicht im Einsatz verbleiben kann.

Der Atlas Adventure Pack (Outside)

Außen sieht der Atlas Adventure Pack wie ein klassischer Trekking- oder Alpinrucksack aus, bietet aber eine Reihe von Merkmalen die seine Zielgruppe, nämlich den Outdoor-Fotografen bei seiner Arbeit unterstützt.

Die Größe und das Tragesystem

Der Rucksack wird in Medium und Large angeboten, dabei ist das Volumen gleich und es wird lediglich der Fixpunkt für die Trageriemen weiter oben angebracht. Ich habe mich für die Version in Large entschieden und kann sagen, dass der Rucksack sehr gut mit meinem Rücken (180cm Körpergröße) harmoniert.

Mit dem Rucksack sollte ein passender Hüftgurt gleich mitbestellt werden. Hier muss die Wahl zuerst zwischen dem Hüftgurt des Adventure Packs und des kleineren Athlete Packs erfolgen. Jeder der Hüftgurte ist dazu in verschiedenen Weiten verfügbar und damit wird ein breites Spektrum im wahrsten Sinne des Wortes, vollumfänglich bedient. Basierend auf den Empfehlungen zur Weite habe ich dem Adventure Belt M/L ausgewählt und kann einen wirklich guten Sitz und Tragekomfort der Kombination attestieren.

Im Gegensatz zu Youtubern die keinen Hüftgurt benötigen, bin ich der Meinung das ein Rucksack dieser Größe im vollen Zustand ohne Hüftgurt nicht getragen werden kann oder sollte. Selbst wenn auf die Entlastung des Rückens kein Wert gelegt wird, sorgt der Hüftgurt für eine kompakte und direkte Verbindung mit dem Träger. Alle anderen Aussagen halte ich für unreflektiert und sorry, da hat jemand einfach nicht nachgedacht.

Die Möglichkeit, insgesamt sieben verschiedene Größen und Typen an Hüftgurten an diesem Rucksack zu verwenden kann man schon als Besonderheit bezeichnen. Zusätzlich will ich noch die Taschen links und rechts im und am Hüftgurt erwähnen, diese nehmen nicht nur Kleinigkeiten wie Labello und Taschenmesser auf, sondern beinhalten auch Säckchen die, wenn man sie herauszieht auch ein großes Smartphone, eine Trinkflasche oder den einen oder anderen Einsteckfilter aufnehmen.

Verstaubare Taschen im Hüftgurt

Alles Dinge, die ich bisher mit mehr oder weniger Geschick in den Taschen meiner Trekkinghose versucht habe unterzubringen.

Verstaubare Taschen im Hüftgurt

Geradezu als grandios haben sich die Säckchen erwiesen, wenn ich Objektive (auf dem Bild oben ist das Fujifilm 70-300mm zu sehen) wechseln musste und den Rucksack zu diesem Zweck nicht absetzen wollte oder konnte.

Ich habe es zwar oben schon erwähnt, aber beide Taschen oder Säckchen, lassen sich komplett im Hüftgurt in einer Reißverschlusstasche verstauen und bei Bedarf herausholen.

Der Rest der Außenwelt, da nicht nur die inneren Werte zählen

Im Gegensatz zu anderen Herstellern, befindet sich eine Regenhülle im Lieferumfang des Rucksacks und hat ihren Platz im separatem Bodenfach. Bei dem Preis sollte so etwas selbstverständlich sein, muss aber oft zusätzlich bezahlt werden.

An der Front und den Seiten befinden sich drei elastische Außentaschen die zum Einschieben von Flaschen, Jacken, Wanderstöcken und WhatEver genutzt werden können. Die unteren seitlichen Kompressionsriemen dienen dabei noch der zusätzlichen Fixation. Was mich auf einen vielleicht wichtigen Punkt bringt, der Rucksack besitzt keine Vorkehrung für ein Trinksystem. Ob das ein Vor- oder Nachteil ist, muss man individuell bewerten. Ich selbst mag Trinksysteme nicht, da ich häufig mit mehreren Getränken unterwegs bin (0,5L Wasser und 0,5L Tee) die in Form von Flasche und Thermoskanne in die seitlichen Außentaschen passen. In die Fronttasche passt eine Hardshell-Regenjacke oder ein anderes möglichst flaches Kleidungsstück (damit der Rucksack nicht auf die Seite rollt).

Zusätzlich zu den üblichen aufgenähten Bändern, die der Befestigung verschiedener Ausrüstungsgegenstände dienen können, hat der Rucksack auf der Frontseite noch eine Reißverschlusstasche in der neben einigen Fächern noch Hirn steckt Smile

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Öffnet man das Frontfach, klappt dieses nach unten. Die darauf befindliche Tasche ist dort umgekehrt realisiert, sodass beim Öffnen des Reißverschlusses nichts herausfallen kann. Da hat jemand mitgedacht.

Bleibt zum Schluss noch der Tragegriff an der linken Seite des Rucksacks, der ein Verladen zum Beispiel in der Bahn oder im Flieger erleichtert und natürlich das Deckelfach. Dieses erinnert wieder an einen klassischen Wanderrucksack, da der Rucksack selbst darunter mit einem Schnellverschluss zusammengezogen werden kann und damit auch ein sperriges oder größere Gepäckstück (wie ein Bergseil) seinen Platz findet.

Fazit

Hier muss ich mit dem Zitat meiner Frau beginnen „Du weißt schon, dass man immer nur einen Rucksack tragen kann!“ Ja Schatz, weiß ich Smile und möglicher Weise habe ich auch ein Rucksackproblem. Der Atlas Adventure Pack ist bei mir fest eingezogen und hat mich auf Touren begleitet, die Größe ist passend und ich denke darüber nach mal einen Blick auf den Atlas Athlete Pack eines Freundes zu werfen. Ich finde den Atlas Adventure Pack rundum gelungen. Es gibt lediglich einen Punkt, über den ich mir Gedanken mache: Die Fotoausrüstung ist nicht einfach wie z.B. bei den F-Stops in einem Einsatz verstaut und kann in den Rucksack seiner Wahl gesteckt werden, sondern verbleibt einzelteilig im Rucksack. Das Problem, sollte es eines sein ist nur valide, wenn die folgenden Punkte zutreffen.

  • Man hat eine größere / mehrere Fotoausrüstungen
  • Man hat mehrere Fotorucksäcke

Ja dann auf geht’s, um Fotos zu machen!

Beleibt mir gewogen, Euer Albfotograf

2 Antworten zu “Atlas Adventure Pack Fotorucksack

  1. Hallo Bernd! Du bist schon gemein… Eigentlich bin ich ja recht zufrieden mit meinen F-Stop und Lowe-Pros…
    Danke für den tollen Bericht, was mir noch fehlt (oder ich habe es überlesen) wäre der Preis und eine Möglichkeit den (aus der EU) zu beziehen. $440 + Versand + Steuer sind ja a) teuer und b) aufwändig…

    Aber das variable Konzept gefällt mir sehr. Wenn das jetzt noch mit den „Softflaschentaschen“ auf den Trägern des Shimoda-Systems kombinieren würde…
    Herzliche Grüße
    Ralph

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    • Hallo Ralph, das Review soll keine bösen Absichten verfolgen 🙂
      Ja, der Preis ist steil aber ein Tilopa kostet bei uns so um die 325€ + ICU + Regenhülle und damit sind wir zwar nicht auf dem Level des Atlas, aber auch nicht mehr beim halben Preis.
      Meinen aller ersten F-Stop hatte ich importiert (bevor F-Stop den Vertrieb über Belgien gestartet hat) und da war das Problem ähnlich, inklusive von Zoll.
      Ich denke, für den Fall, dass Atlas nach Europa geht, wird der Rucksack irgendwo bei 400€ landen.

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