Actionfotografie – Scharfstellen mit der Fujifilm X-T3

Hallo und vielen Dank das Ihr wieder hierher gefunden habt! Gleich vorne weg, der folgende Tipp funktioniert auch mit der X-T2 und X-H1, bei allen anderen Kameras von Fujifilm muss man schauen ob sich der AF entsprechend einstellen lässt.

Die Aufgabe

Neulich war ich Raubvögel fotografieren, auf der Burg Hohenneuffen. Durch ein Missgeschick auf dem Mounti, war mein linker Arm ein wenig eingeschränkt und ich hatte Mühe die X-T3 in Verbindung mit dem FUJINON XF100-400mm F4.5-5.6 R LM OIS WR so flexibel wie gewohnt zu bedienen. Also dachte ich darüber nach, wie ich den Autofokus der X-T3 einstellen kann, um die Erfassung der schnellen Raubvögel zu verbessern.

Gerfalke

(FUJIFILM, X-T3 mit FUJIFILM XF100-400mmF4.5-5.6 R LM OIS WR @290.6mm, 1/3200s, f/5.6 und ISO800)

Die Herausforderung

Bei Sportaufnahmen arbeite ich fast immer mit dem Einzelpunkt und das funktioniert in der Leichtathletik genauso gut wie bei MTB, Klettern und Skifahren. Das sind aber alles (und selbst Fußball zähle ich da noch dazu) prädiktive Bewegungsabläufe. Man weiß in der Regel wo das Motiv her kommt und wohin es will. Das wiederum ist bei Raubvögeln nicht so einfach, überschreiten diese mit ihren 300km/h auch deutlich die Geschwindigkeiten, welche sonst im Sport zu handhaben sind. Zusätzlich besteht noch das Problem, dass die Richtung und damit verbunden der Winkel dynamisch und nicht so leicht zu erahnen sind. Taucht also ein Raubvogel vor der Linse auf, gilt es zum einen für den AF das Ziel sauber und schnell zu erfassen und für den Fotografen, es nicht wieder aus den Augen bzw. dem Fokus zu lassen. Je mehr Tele hier im Spiel ist umso schwieriger wird die Sache.

Eine mögliche Lösung

Kommen wir also zu den Einstellungen der Kamera und auch des Zoom-Objektivs. Generell verwende ich die Kamera bei solchen Vorhaben mit AF-C und im Boost-Modus (in Verbindung mit dem Batteriegriff, kann dieser direkt eingestellt werden und erfährt durch die drei vorhandenen Batterien auch eine hinreichende Stromversorgung). Darüber hinaus, und das hängt vom Licht ab, erhöhe ich die ISO der Kamera bis ich Belichtungszeiten jenseits von 1/1000s besser 1/2000s erhalte. An diesem Tag waren es ISO800. Zusätzlich steht die Kamera auf CH um die maximale Bildfrequenz ausreizen zu können. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass der Puffer in der Kamera endlich … und meistens nach 3-4s gefüllt ist. Schnelle SD-Karte helfen hier zwar ungemein, aber irgendwann müssen die Bilder aus dem Puffer auf die Karte. Hier nochmals eine erste Zusammenfassung der Einstellungen:

  • Offenblende
  • Belichtungszeit > 1/2000s und dazu passender ISO-Wert
  • AF-Modus = AF-C, mit Auslösepriorität
  • Bildfrequenz = CH
  • Schnelle SD-Karte(n)

Bedingt durch mein Handicap, habe ich versucht die Trefferfläche des AF zu vergrößern und die Kamera vom AF-Modus EINZELPUNKT auf ZONE (Seite 115 der BDA) umgestellt. Das geht sogar, ohne die Kamera vom Auge zu nehmen, wenn eine Funktionstaste damit belegt ist. Den Lesern meines Blogs ist sicherlich bekannt, dass es die Fn3-Taste ist.

Zusätzlich besteht bei der X-T3 noch die Möglichkeit eine Reihe von benutzerdefinierten Einstellungen bei AF-C durch zu führen. Diese finden sich unter AF/MF-Einstellung / AF-C BENUTZDEF.EINST., hier habe ich Option 4 FÜR PLÖTZLICH ERSCHEINENDES MOTIV ebenfalls getestet und für sehr gut habe ich die Option 5 empfunden. Die Option 6 BENUTZERDEFINIERT eignet sich nach meiner Meinung dazu, eine Kombination aus 4 und 5 zu erreichen. Leider fehlte mir dazu die Zeit, steht aber für weitere Events mit auf meinem Plan.

Und zum Schluss, spielt natürlich die Handhabung des Zooms eine wichtige Rolle. Ich habe bei relativ kleiner Brennweite (100 bis 150mm) versucht auf den Raubvogel zu fokussieren und dann auf eine längere Brennweite gezoomt, um mit einen formatfüllenden Ausschnitt das Bild auf zu nehmen.

Falke

(FUJIFILM, X-T3 mit FUJIFILM XF100-400mmF4.5-5.6 R LM OIS WR @270.6mm, 1/4000s, f/5.6 und ISO800)

So das wars und bis vielleicht mal, hoch oben auf dem Hohenneuffen.

Euer Albfotograf

5 Antworten zu “Actionfotografie – Scharfstellen mit der Fujifilm X-T3

  1. Hallo Albfotograf,
    habe mit Interesse den Bericht über deine Erfahrungen mit der XT-3 und dem 100-400 mm Fuji Objektiv für Vogelfotografie gelesen. Ich überlege ob ich mir diese Kombination zulegen soll. Grund ist der Phasenautofokus welcher sehr schnell und treffsicher sein soll.
    Dazu habe ich eine Frage : wie verlässlich fokussiert der AFC auf einen fliegenden Vogel vor unruhigem Hintergrund und hält den Fokus? Vor blauem Himmel ist das ja meist kein Problem, aber vor Bäumen, Sträuchern etc. ist das was anderes.
    viele Grüsse
    Karsten

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    • Hallo Karsten

      Dreht es sich um diesen Beitrag im Fuji-Forum? 🙂

      https://www.fuji-x-forum.de/topic/39392-wechsel-von-panasonic-zu-fuji-phasenautofokus-besser-für-bif/

      Meine Einschätzung mußt Du mit Vorbehalt lesen, da ich „BIF“ sehr selten mache, typischer Weise bin ich eher mit Sport und Outdoors unterwegs. Die Raubvögel auf dem Hohenneuffen sind eher ein Zeitvertreib 🙂

      Ich hatte mit der X-T2 schon eine Serie an Bildern gemacht und auch einen Blog darüber geschrieben. Schau mal, ob das der „unruhige“ Hintergrund ist den Du Dir vorstellst?

      https://albfotograf.me/2016/09/27/keine-action-mit-der-fuji-x/

      Ich kann dazu noch ein wenig im Archiv kramen, ob noch mehr Bilder von Raubvögeln zu finden sind.

      Grüße, b!

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      • Ja, das ist mein Beitrag im Fuji Forum. Mir geht es darum herauszufinden ob der Phasenautofokus in der beschriebenen Situation verlässlicher fokussiert. Wenn du viel Sport fotografierst hast du vielleicht oft eine ähnliche Situation wie ich bei der Vogelfotografie, unruhiger Hintergrund, Zuschauer und ähnliches. Vielleicht kannst du dazu noch etwas sagen.
        Ich habe leider keinerlei Erfahrung mit Kamerasystemen die Phasenautofokus verwenden, wahrscheinlich muss ich mir eine Ausrüstung leihen um mir letztendlich ein Urteil zu bilden.

        viele Grüsse
        Karsten

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      • Hallo Karsten

        Mit der X-T3 und auch schon mit der X-T2 kann ich alle Situationen in meinen Sportarten lösen. Nun ist es aber so, dass sich ein Sprinter deutlich langsamer und vorhersehbarer bewegt als ein Raubvogel und analog dazu verhält es sich auch mit Fußball usw. In diesem Blog findest Du einige Artikel bei denen es sich um Action- und Sportfotografie dreht. Da haben die Fujis immer gute Arbeit abgeliefert …

        Leichtathletik: https://albfotograf.me/2018/09/01/manchmal-enden-dinge-dort-wo-sie-begonnen-haben/
        MTB: https://albfotograf.me/2017/05/12/2-mtb-festival-in-reutlingen/

        Mein Problem bei Vögeln ist in der Tat, dass sie viel schneller und weniger kalkulierbar fliegen als das bei anderen bewegten Dingen der Fall ist. Nach meiner persönlichen Einschätzung würde ich sagen, ja dass klappt mit der Fuji X-T3 wenn Du Zeit in die Einarbeitung des AF-Systems investierst und ordentlich übst.

        Da die X-T3 und das 100-400mm + wahrscheinlich noch ein BG kein Schnäppchen sind, wäre ein Ausleihen sicherlich sinnvoll bevor hier große Summen mit einem eintäuschendem Ergebnis investiert werden.

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  2. Vielen Dank für deine Einschätzung, hat mir sehr geholfen. Ich werde mir die Kombi ausleihen und schauen wie sie sich bei BIF schlägt. Werde dann berichten wie meine Entscheidung ausgefallen ist.
    viele Grüsse
    Karsten

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