Muss man für die Landschaftsfotografie unbedingt ein Superweitwinkel haben?

Die Frage kam am Uracher Wasserfall bei einem Fotografen-Schnack (Bild 13) auf und konnte nicht abschließend beantwortet werden. Meine Antwort war „nicht unbedingt“, mit der Begründung das eine Reihe von Motiven (nicht alle) auch über ein Panorama fotografiert werden können und das nach meiner Meinung, nicht oft genug in Betracht gezogen wird. Es gibt Bilder die leben von der Dramatik eines großen Bildwinkels, was für mich aber nicht zwingend bedeutet Landschaft immer mit einem Super- oder Ultraweitwinkel fotografieren zu müssen.

Im Winter in den Bergen hatte ich wieder die Situation, dass mir zwar das Weitwinkel mein Motiv voll darstellen konnte, zu den Rändern hin jedoch eine starke Verzeichnung eingetreten ist.

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(Fujifilm X-T2 mit dem Fujinon XF10-24mmF4 R OIS @10.0mm, 1/2000s, f/8.0 und ISO200)

Unschwer zu erkennen sind die Bäume, welche sich besonders am Rand teilweise stark zur Bildmitte hinneigen. Das könnte ich zwar korrigieren … muss dafür aber mit einem Beschnitt und Verlust an Bildinhalt bezahlen, denn wie immer gibt es halt auch hier nix umsonst.

_DSF1896v1_ON1

(Fujifilm X-T2 mit dem Fujinon XF10-24mmF4 R OIS @10.0mm, 1/2000s, f/8.0 und ISO200)

Eine Alternative um sich dem Problem zu nähern ist die Aufnahme eines Panoramas. Zum einen bieten heute immer mehr Kameras eine eingebaute Panorama-Funktion und zum anderen gibt es immer mehr Software welche bei der anschließenden Montage unterstützt. Inzwischen hat für einfache Panoramen die in ON1 Photo RAW 2018 integrierte Panorama-Funktion mein bisheriges Standard-Tool, den Microsoft Image Composite Editor (ICE) abgelöst.

Der Grund dafür ist eine bessere Integration in meinen Workflow. Während ich für die Montage in ICE die Bilder zuerst einmal als TIFF oder JPEG aus dem RAW-Konverter exportieren muss, arbeitet ON1 Photo RAW 2018 mit den RAW Dateien und erstellt daraus eine mit Adobe Photoshop kompatible PSD Datei, die mit allen Modulen in ON1 Photo RAW weiterverarbeitet werden kann. Wie man das macht schreibe ich in einem anderen Blog.

Hier nun mein Panorama vom Karhorn, welches zwischen Warth und Lech in Vorarlberg liegt.

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(Fujifilm X-T2 mit dem Fujinon XF10-24mmF4 R OIS @24.0mm, 1/2000s, f/8.0 und ISO200), 11 Einzelaufnahmen im Hochformat

Die Grundlage für das Bild waren 11 Einzelaufnahmen welche ich hochkant frei Hand aufgenommen habe. Die verwendete Kamera, meine Fuji X-T2 hat einen künstlichen Horizont welcher die Sache sehr einfach macht, so einfach das mein Nodalpunktadapter immer weniger zum Einsatz kommt.

Wie schon gesagt und damit auch versprochen … das „Making Of“ kommt in einem extra Blog.

Vielen Dank fürs Vorbeischauen, b!

3 Antworten zu “Muss man für die Landschaftsfotografie unbedingt ein Superweitwinkel haben?

  1. Hallo und ja ich frage mich auch manchmal, soll ich den Weitwinkel unbedingt mitnehmen, jedenfalls in Ferien, wo ich dann bei meiner Nikon Vollformat schwer zu tragen habe, jedoch bei meiner Fuji xt2 fällt das jedoch nicht so ins Gewicht! Aber dennoch habe ich mir schon öfter angewöhnt nicht alles mir zu schleppen und mit meinem Fuji 35mm 1,4 kann ich sehr tolle Panorama machen hochkant fotografiert!

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    • Wenn ich ein wenig darüber nachdenke sind Langzeitbelichtungen oder sich bewegende Motive die einzigen Gründe, neben Zeitmangel, wieso man nicht öfters zu einem Panorama greifen sollte.
      Neben den im Blog beschrieben Grund der Verzeichnung bei UWW (10mm) ist mit der Fujifilm X100F das Panorama die einzige Möglichkeit wie man die 23mm umgehen kann.

      Mit welcher Software montierst Du den das Panorama zusammen?

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