Ein Tool, sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben an Lightroom zu binden

Hallo geschätzte Leser meines Blogs,

ich musste mich hier bei J.R.R. Tolkien im Buch „Die Gefährten“ bedienen, denn es hat einfach so gut gepasst. Nach vielen Jahren der Fotografie, einer Liaison mit Adobe Lightroom und einigen leidenden Fotografen als Gefährten dachte ich mir, dass es an der Zeit wäre ein paar Zeilen über Lightroom zu schreiben.

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(FUJIFILM, X-T1 mit FUJIFILM XF18-55mmF2.8-4 R LM OIS @25.4mm, 125s, f/16.0 und ISO200)

Wenn ich nochmals zur Überschrift zurückkommen darf, so lautet der übersetzte Text aus dem Buch Herr der Ringe, „Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden …“ damit will ich auch meinen Ausflug in die Welt der Elfen und Mythen beenden.

Ich muss zugeben, dass diese Überschrift auch „Ist DAM dämlich“ hätte heißen können. Genau genommen kann dieser Blog für jeden RAW-Konverter gelten, der eine Bibliothek (Library) mit sich bringt, in dieser Bilder unterbracht, organisiert und hoffentlich auch wiedergefunden werden können.

Wie alles begann …

Im Jahr 2006, war ich mit dem Produkt RawShooter der Firma Pixmantec unterwegs, um damit die Dateien meiner Nikon D200 zu entwickeln. Mitte des Jahres verkündete dann Adobe die Übernahme der Firma und schuf damit die Grundlage für Lightroom. Dem RAW-Konverter am Markt, mit der wahrscheinlich größten Verbreitung.

Alle Nutzer von RawShooter wurde eine kostenlose Lizenz von Lightroom versprochen um zum einen die Benutzer-Basis zu sichern und einen Wechsel bestmöglich zu unterstützen. Ich selbst habe den Wechsel ebenfalls mitgemacht, aber noch während der ersten Version mich wieder davon getrennt. Persönlich kam ich mit dem Bibliotheks-Modul nicht zurecht. Der Grund dafür war einfach, ich verwende noch heute ein Multi-User / Client-Server basiertes DAM (Digital Asset Management) System. Damals befand sich Imabas auch noch in jungen Jahren, war aber bei mir schon drei Jahre im Einsatz und hortete meinen Schatz an Bildern.

Als reines DAM, war und ist es auf die Verwaltung von großen Beständen von Bildern ausgelegt und macht das mit Unterstützung einer Reihe von Datenbanken (Microsoft SQL Server, MySQL, FireDB …) ausgezeichnet, auch für mehrere Benutzer im LAN.

Mein Problem mit Lightroom war, dass ich erst wieder alle Bilder als JPEG exportieren musste, um im Anschluss wieder einen Import in Imabas durchführen. Der Umweg war und ist mir aber zu umständlich gewesen, ich wollte meine RAWs direkt im Dateisystem bearbeiten, ohne im Vorfeld einen Import oder dergleichen durchführen zu müssen. Am besten werden dabei die Entwicklungsdaten parallel zu den Bildern abgelegt, damit diese dann zwischen verschiedenen Endgeräten transportiert werden können. Dazu ist entweder ein Sync-Mechanismus notwendig der einmal importierte RAWs auf allen Geräten bereitstellt (ON1 360) oder eben, wie wir Schwaben es lieben eine günstige und effektive Lösung in Form einer SSD die ich an das jeweilige Notebook, Workstation oder Tablet anstecke. RAWs und Entwicklungsdaten sind damit immer vorhanden.

Darüber hinaus stellt ich mit Lightroom fest, dass die von Adobe verwendete SQLite Datenbank nicht besonders gut skalierte. Der Import von einigen tausend Bildern brachte das System an seine Grenzen.

Ich begab mich also auf die Suche nach einen RAW-Konverter, der ein Arbeiten mit Ordnerstrukturen ermöglichte.

DAM ist nicht dämlich

Lightroom wurde mit der Zeit immer besser und die Fotografen auch immer raffinierter. Ich habe im Laufe der Zeit eine Vielzahl von Strategien gesehen, wie mit der Bibliothek von Lightroom gearbeitet werden kann.

  • Hochzeitsfotografen legen gerne für jede Hochzeit einen eigenen Katalog an
  • Andere packen wiederum alle Bilder eines Jahres in einen separaten Katalog
  • Neben einer projektbasierten Arbeitsweise gibt es auch Fotografen die so viele Bilder gar nicht haben und damit auch nicht in das Problem der langsamen Datenbank

Dazu wurde Lightroom über die Versionen hinweg immer schneller, die Bildermengen stiegen aber auch im Lauf der Zeit, genauso wie die Größen der RAWs immer mehr zunahmen. Aus meinem Umfeld heraus würde ich sagen, dass sich 99% der Fotografen mit der Bibliothek von Lightroom arrangiert hat und darin eine teils beträchtliche Menge an Bildern pflegt. So viele, dass ein Wechsel auf einen anderen RAW-Konverter nicht mehr in Frage kommt oder nicht möglich ist. Damit Ihr das richtig versteht, eine Bibliothek, Katalog, Library oder egal wie wir das nennen wollen, in der Bilder ohne Probleme auffindbar sind, ist in Gold nicht aufzuwiegen und für viele Fotografen überhaupt erst die Grundlage, ehemals gemachte Bilder wieder zu finden. Damit will ich sagen, ein DAM ist sinnvoll und notwendig.

Darum prüfe wer sich ewig bindet

Ist die Bibliothek von Lightroom erst einmal mit tausenden von Bildern bestückt und im Einsatz, macht man notgedrungen die Kapriolen des Herstellers mit, in der Hoffnung das irgendwann mal alles wieder gut oder zumindest besser wird.

Da war zum Beispiel das WORM-Problem bei Fuji-RAWs , der Weg in das Abo-Modell und auch der schleichende Tod von Lightroom 6 mit dysfunktionalen Modulen. Mit dem und vielleicht noch viel mehr lernt man zu leben, wenn alle Bilder in diesem Programm stecken und man auf dessen Funktionalität angewiesen ist. Für den Hersteller ist das ein Stück weit die Sicherung von Kunden oder eine wie auch immer geartete Bindung dieser.

Liebe Deine RAWs aber nicht Deinen Konverter

Was kann man also tun? Inzwischen gibt es einige Alternativen zu Lightroom die für sich in Anspruch nehmen dessen Kataloge importieren zu können. Sollte das wirklich funktionieren, ist man die Probleme mit Adobe los, kämpft aber dann mit anderen Problemen eines weiteren Herstellers.

Für mich war die Trennung von DAM und RAW-Konverter die Lösung.

Dieser Weg hat neben einer Reihe von Vor- auch einige Nachteile:

  • Ich muss mehrere Produkte (DAM und RAW-Konverter) bezahlen, aktualisieren und auch pflegen
  • Mein Workflow ist gefühlt nicht komplizierter aber um den einen oder anderen Schritt länger, da nachdem die RAWs entwickelt und exportiert wurden, diese als JPEGs und auch RAWs wieder in Imabas importiert werden
  • Der Start eines RAW-Konverters mit einer RAW-Datei aus Imabas heraus ist möglicher, benötigt aber ein wenig Handarbeit für den Re-Import des JPEGs

Für mich überwiegen aber die positiven Punkte dieser Lösung:

  • Die Datenbank ist rasend schnell und hat auch mit über 100.000 Bilder die 1GB Grenze nicht geknackt
  • Ich habe analog zu den JPEGs eine Ordner-Struktur mit den RAWs gebaut, sodass ich darauf analog zugreifen kann
  • Mehrere Benutzer können gleichzeitig an der Bilderdatenbank arbeiten und das von mehreren Endgeräten aus
  • Die Sicherung der Datenbank erfolgt auf dem Server/NAS selbst und ich muss mir da keine Gedanken über den PC / Mac machen, wie es den nun meinem Lightroom-Katalog gerade geht
  • Die Kosten sind moderat, da ich für Imabas eine Lifetime-Lizenz erworben habe
  • Die Datenstrukturen lassen sich auch direkt aus der SQL-Datenbank extrahieren und relativ problemlos über eigene SQL-Abfragen erweitern
  • Ich kann eigentlich mit jedem und auch gleich mit mehreren RAW-Konvertern arbeiten, solange diese mir den Zugriff ein Dateisystem erlauben
  • Aktuell sind weder meine Bilder-Datenbank, noch mein RAW-Konverter in irgendeiner Weise von der Cloud abhängig, wobei ich diesen Punkt für mich als neutral betrachten will. Da ich im Gegensatz zu manchen meiner Fotografen-Kollegen keine Probleme mit Diensten aus der Cloud habe

Fazit, oder wenn da nicht die Sache mit dem Zeitpunkt wäre

Das Problem an der Sache ist, man beginnt mit einem RAW-Konverter (Workflow-Tool) und archiviert, insofern das möglich ist, damit auch seine Bilder. Gefühlt funktionieren alle Produkte am Anfang erst einmal problemlos. Zum einen hat man nicht so viele Bilder und Gedanken über eine Strukturierung macht man sich häufig erst, wenn die ersten Probleme auftreten. Also zu einem späteren Zeitpunkt und schaut dabei auf einem mehr oder weniger großen Berg an Bildern zurück, gepaart mit dem Widerwillen hier an eine Migration zu denken. Kommen dann weitere Zweifel an Funktionen oder der Qualität des Programms, sitzt man zwar nicht in der Falle, fühlt sich aber durch den zu erwartenden Aufwand gebunden. Womit wir wieder beim Titel des Blogs wären.

Vor einigen Wochen bin ich dann über eine Software gestolpert, die angetreten ist, die Kataloge und auch Entwicklungseinstellungen von RAW-Dateien austauschbar zu machen. Ich spreche hier von Avalanche von CYME-Software und wie das funktioniert zeigt Scott in seinem Video auf YouTube.

Heute und im Rückblick hat sich für mich die Trennung von DAM und RAW-Konverter gelohnt. Ein Wechsel oder auch die Arbeit mit einem alternativen Konverter geht nun deutlich leichter von der Hand, entfällt doch gänzlich die Frage nach dem DAM.

Bleibt mir gewogen und bis zum nächsten Mal, Euer Albfotograf

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